Review

So, das war er nun also, mein erster Bethmann-Film. Bisher hat mich ein
gütiges Schicksal immer davor bewahrt, mir einen seiner Filme auf einer
Börse mitzunehmen, aber heute stand ich vor "Exitus Interruptus", war mit einem Zehner dabei und dachte mir, das sei der Spaß doch wirklich
mal wert.

Bethmann war mir bisher als (ehemaliger) Chefredakteur der

Horror-Postille X-Rated ein Begriff. Abgesehen davon, dass ich ihn -
von seinem Filmgeschmack, seiner Interpunktion, seiner Rechtschreibung
und seiner Grammatik ausgehend - für einen etwas einfachen und simplen,
jedoch sicherlich hingebungsvollen Menschen hielt, ging ich recht
unbefangen an die Sache. Und der Film erwischte mich eiskalt.


Puh, ja, fangen wir mal bei der Geschichte an. Da ist also Manuela,
eine mäßig intelligente, mäßig ansehnliche und im schauspielerischen
Bereich extrem minderbegabte junge (*hust*) Frau. Sie war wohl
irgendwann mal das Opfer eines sexuell motivierten Gewaltverbrechens
und lässt sich nun entweder von ihren Psychopathen ... ich meine
natürlich Psychiater (hier spielt der Meister selbst)
hypnotisieren oder von ihrer natürlich lesbischen Freundin oral das
Feuchtbiotop beackern. Auf dem Klo einer ländlichen Ruckeldisco wird
sie Zeuge eines zweifachen Mordes an einem billig herumfummelnden
Lesbenpärchen und gerät dann in die Gefangenschaft des Mörders, der -
oh, wer hätte es gedacht - ihr Psychiater und der Bruder des
Vergewaltigers ist, den sie vor 5 Jahren im Wald verbuddelt hat.


Bitte nehmen Sie die Waffe runter, lieber Leser, ich habe noch nichts


gespoilert, das erfahren sie in der ersten halben Stunde des Films. Wie
es ausgeht verrate ich Ihnen nicht, nein, da müssen Sie den Film schon
selbst schauen, tut mir leid.

Mir stellte sich nach einiger Zeit die Frage, welches Klientel dieser
Film überhaupt bedienen will. Vielleicht bin ich etwas prüde, das weiß
ich nicht, aber ich mag es nicht, wenn mir die Titten der
Hauptdarstellerin nach einer Weile schon vertrauter sind als meine
eigenen. Welche Spinne kann man mit einstudiertem Lesbengefummel,
Pseudo-Blowjobs und sofort tödlichen Vaginalerschießungen denn bitte hinter dem Ofen vorlocken?

Insgesamt bietet der Film nicht viel. Er ist zwar nur ca. 90 Minuten
lang, aber selbst das kommt einem viel zu ausufernd vor. Die Aufnahmen
sind nicht sehr gut, die Filter schlecht, die Soundsamples billig, die
Darsteller weder schön noch talentiert, ein großer Teil ist aus anderen
Filmen "geliehen" und die Dialoge - falls denn mal welche vorkommen -
laufen nach dem selben, ausgelutschten Schema:
"Buahahaha! Ich bin total verrückt und habe mir wieder irgendeinen Schwachsinn ausgedacht!"
"Nein! Sie Mistkerl! Sie sind ja krank!"

Zudem ist der Film nicht allzu subtil. Ich meine, sicherlich, ein Mann,
der im Alter von Bethmann noch mit Puppen spielt ist sicherlich krank
... aber auch nicht wirklich furchteinflößend. Und genau da ist das
schlimme Problem: Der Irre macht einem keine Angst, er wirkt auch nicht
ein einziges Mal wirklich bedrohlich oder gefährlich, sondern eher wie
jemand, dem man im Privatleben nur unter Androhung von Schlägen den
Mund aufmachen lässt. Ich hab in japanischen Hentais schon
überzeugendere Bösewichte gesehen, da helfen auch eine Fistelstimme und
nerviges Blabla nicht weiter.

Über die Mukke im Abspann sag ich jetzt mal lieber nichts. Ich hab mich
insgesamt nur ein einziges Mal gefürchtet: Als am unteren Ende des
Rolltextes die Ankündigung einer Fortsetzung kam, setzte mein Herz für
einen Schlag aus. Wirklich, ich hab es genau gespürt.


1 Punkt. Für den Vorspann.

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