Andreas Bethmann ist sicherlich einer der umstrittensten Horrorfilmer Deutschlands. Vor allem an seinen Kombinationen aus Porno- und Horrorfilm scheiden sich die Geister. „Exitus Interruptus – Der Tod ist erst der Anfang“ wird da keine anderen Reaktionen hervorrufen.
Manuela leidet unter Depressionen, da sie vor ca. 5 Jahren Opfer einer Vergewaltigung wurde (Vegetarierinnen zur Fleischeslust gezwungen II). Ihr einziger Halt ist neben ihrem Psychiater ihre beste Freundin und Geliebte Monique. Doch alles wird noch viel schlimmer, als die beiden Frauen von einem Irren in eine alte Villa entführt werden. Wer steckt hinter dem Grauen?
Bethmann hat eindeutig dazugelernt. Waren seine früheren Filme immer mit einem starken Amateurtouch versehen, so hat sich spätestens mit „Exitus Interruptus“ einiges getan. Vor allem die Kameraführung und der Schnitt sind mittlerweile auf einem wirklich guten Niveau. Auch die schauspielerischen Leistungen von Renee Pornero, Anja Gebel und auch Andreas Bethmann sind durchaus akzeptabel, auch wenn da sicherlich die eigens erstellte Synchronisation einen großen Teil zu beigetragen hat.
Die gute Atmosphäre wird von einer größtenteils guten Score unterstrichen, welche sich aber zu oft wiederholt. Teilweise bestehen die Stücke nur aus wenigen Takten, die immer und immer wieder geloopt werden. So kann es schon einmal vorkommen, dass man mehrer Minuten den gleichen Senf ertragen muss. Richtig schlecht wirkt dagegen allerdings die Hip Hop Komponente des Films. Mal davon abgesehen, dass die Musik einfach nur unpassend wirkt, hat man hier noch das Gefühl, dass versucht wurde daraus noch etwas Kohle aus dem gerade angesagten Musiktrend zu machen.
Ebenfalls alles andere als rosig sieht es wieder einmal mit den Goreeffekten aus. Zwar verzichtet der Film weitestgehend auf Gore und versucht es eher auf psychologischer Ebene, aber ab und zu darf es dann doch mal spritzen (Nicht das was ihr wieder denkt). Hier scheint die Zeit allerdings stillgestanden zu haben, denn das Blut sieht billig aus und die eigentlichen Effekte können auch nicht wirklich überzeugen. Schade. Denn ansonsten wären die sadistischen Spiele a la „SAW“ sicherlich um einiges intensiver geworden.
Neben einigen Längen (jedenfalls in der Export Version), macht der Film aber dennoch Spaß. Die Geister werden sich jedoch wieder an den Hardcore Szenen der Exportversion scheiden, denn die Verbindung aus Sex und Gewalt ist nicht ohne, hat aber dennoch einen Bezug zum Film und dient nicht nur dem reinen Selbstzweck wie in seinen früheren Werken. Alternativ gibt es auch noch eine Version ohne Hardcore Szenen, die es regulär im Kaufhaus gibt.
Fazit: Gelungener Bethmann Film, der mittlerweile auf semiprofessionellen Pfaden wandelt und nur noch hier und da in den kompletten Amateursumpf abtaucht (Discoszene). Durchaus interessanter Beitrag mit schöner Gruselatmosphäre.