Review

Alle Filme, die irgendetwas mit Zombies zu tun haben: Mal alle her zu mir, - irgendwann wird wohl ein Geheimtipp dabei sein, nachdem man sich durch etliche Gurken von Satireversuchen oder Amateurbeiträge ohne Drehbuch gequält hat.
„Zombie King“ kann fieserweise beides in sich vereinen und das macht die Sache nicht gerade angenehm für den Betrachter.
Deshalb habe ich mich nebenbei auch schon mal mit dem Fotoalbum für die anstehende goldene Hochzeit meiner Großeltern beschäftigt, während auf dem TV-Bildschirm eine krude Mischung aus 80 % Wrestling und 20 % Untotengelatsche stattfindet, - das sind Kontraste!

Unser Held, der gegen die Armee der Untoten antritt, heißt Ulysses. Er trägt - wie alle guten Wrestler in dieser Geschichte - eine Maske, die auch während des Bubumachens nicht abgenommen wird. Als Gefolge dienen ihm ein paar Freunde, wie ein Geschwisterpaar, ein ehemaliger Konkurrent, der jetzt aber wieder sein Gefährte sein soll und ein paar andere Knilche, die man aber eh nur durch die Farbe ihrer Kleidung/Maske unterscheiden kann und nicht weiter wichtig sind.
Der Bösewicht heißt dem Titel gemäß Zombie King, hat einen gemeinen Helfer und ist soeben dabei, die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem er Hybriden mit Zombies kreuzt, - deshalb hängen bis zu ihrer Befreiung auch drei Frauen an Ketten in einem Raum und kreischen, sobald sich auch nur eine Tür öffnet.

Jedoch, ein Zombiefilm ist das nicht so wirklich. Eher eine doofe Comicverfilmung für Wrestlingfans. Oder wie soll man das sonst rechtfertigen, wenn alle paar Szenenwechsel einige Maskierte übereinander herfallen?

Die einzigen Zombieangriffe finden sich ganz zu Beginn, als ein Jogger im Schneewald angegriffen und ein Liebhabenpaar von den Mutierten getrennt wird. Später wird nur noch geprügelt.

Aber eben nicht schnell und trickreich, von wegen sauberer Choreographie und geile Martial Arts, - nein, das ist das träge Show-Wrestling, wie wir es von Hulk Hogan kennen, der seinen einzigen guten Auftritt in „Rocky 3“ hatte.
Wer das mag, - bitte schön, euer Film. Alle anderen werden entweder nach 38 Minuten (das ist die Hälfte der Laufzeit) abschalten oder sich weiter den Fotos der Familie in Schwarz-Weiß widmen.

Es ist schon schwer, wenn man keine Identifikationsfigur zum Mitfiebern hat, weil alle Helden eine Maske tragen und diese nie abnehmen.
Doch es ist noch schwerer für einen Zombiefilmfan, wenn das Treiben jenseits aller Romero-Werke stattfindet.
Es gibt fast keine Zombieattacken, die wenigen Fressszenen bestehen aus Körperteile annagen (die bereits in der langweiligen Kulisse herumliegen), Latex lang ziehen und blöd in der Gegend umherwanken. Nur einige Maskeneffekte sind innerhalb dieser Szenen in Ordnung.

Ansonsten ist das Ding gnadenlos schlecht inszeniert, es kommt zu keiner Zeit Tempo auf, die Story mündet im üblichen Gut gegen Böse im Endkampf (auch zwei Frauen dürfen kurz gegeneinander antreten) und bei alledem soll uns das noch als Komödie verkauft werden, was aber im Rückblick allenfalls für einen einzigen Schmunzler gereicht hat.

Untoten-Wrestling, eigentlich hätte ich vorher wissen sollen, dass das nicht funktioniert.
Lauter Figuren ohne Gesicht, Frauen, die ausschließlich krakeelen und kreischen, dazu allenfalls mal ein Split-Screen während eines Telefonats, während Kamera und Schnitt im weiteren blindlings wackelige und abrupte Ergebnisse liefern.

Keine guten Darsteller (soweit man das wegen der Vermummung beurteilen kann), lahme und austauschbare Hintergrundmusik, die Story einfältig und unbeholfen und lediglich während einiger Zweikämpfe kann man mal kurz hinsehen, auch wenn das alles andere als Kampfsport ist (in dieser Hinsicht sind Kung-Fu Zombies deutlich agiler).

Am Ende sind alle meine Fotos sortiert, das Fest kann kommen, doch in Sachen Neuentdeckung von brauchbaren Zombiestreifen sind wir hier meilenweit entfernt.
Ein nahezu unbrauchbarer Film, der nur langweilt,
2 von 10

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