Review

Ich habe mir diesen Film einmal angeschaut, und ich werde es nie wieder tun. Warum nicht?


Wegen der Handlung: Ein Typ rächt sich und räumt auf („Desperado"). Im Grunde schreit er die ganze Zeit „Wo ist Gonzales?" und macht die Angreifer platt („Revenge Of The Warrior", bloß mit „Elefant" statt „Gonzales").


Wegen der Schauspieler: Dass bei dem Budget keine Schauspieler im eigentlichen Sinne zu erwarten sind, ist klar. Aber die Farblosigkeit, das fehlende Charisma der Akteure fällt so unangenehm auf, weil sie abgefahren wirken sollen und es doch überhaupt nicht sind. Da nützt es auch nichts, wenn sie per eingeblendetem Namen eingeführt werden („Bube, Dame, König, Gras"): Pablo wirkt aschfahl, der vietnamesische Gangsterboss erinnert in seiner Huschigkeit an Hans Beimer, Abe soll ein Original sein und ist doch nur ein Opa, während der italienische Opa der einzige der familia ist, der etwas Ausstrahlung und Witz hergibt. Die schlimmste Fehlbesetzung aber ist der Oberböse Gonzales, der nicht nur nicht spanisch aussieht, er sieht nach nichts aus, er ist das Abziehbild eines Oberbösen aus einem staubigen 90ies-C-Actioner, der nachts auf Pro7 läuft. Sollte das Motiv dieser Besetzung Persiflage gewesen sein, so ist dies gründlich danebengegangen. Wenigstens, den Filmgöttern sei gedankt, ist der Hauptdarsteller einigermaßen effektiv. Dass er hölzern wirkt wie ein Wrestler, der sich in der Schauspielerei versucht (was meinen halbherzigen Recherchen zufolge allerdings nicht der Fall ist), ist eventuell genau das, was die Präsentation seines Charakters rettet - am besten sind in jedem Fall die Geräusche, die er von sich gibt. Wenn ich allerdings an einige erschreckend groß gebaute Bösewichte aus diversen Jackie Chan-Filmen oder „Kiss of the Dragon" denke, wartet Tom Doty mit einer recht eintönigen Mimik auf. Was sein „Ca$h" allemal mit der gesamten Protagonisten-Riege verbindet ist das fehlende Mitgefühl. Weder Hass, Mitleid noch Sympathie wollen aufkommen, im Grunde ist egal, wer wann wie stirbt. Das erzeugt Langeweile, denn man fiebert nicht mit und das kann bei einer Lauflänge von zwei Stunden schon ganz schön an den Nerven zerren, zumal die Dialoge unter dem gleichen Dilemma leiden wie die Charaktere: cool gewollt und nicht gekonnt.


Um es abzukürzen: Das Drehbuch und seiner Umsetzung sind schlicht misslungen; selten wird man wirklich überrascht, als Kniffe gedachte Wendungen sind oft vorhersehbar (und wenn auch nur ein paar Sekunden, das reicht, um dem Film Tempo und Witz zu nehmen), die vorgeblich trockenen Sprüche sind staubig oder werden eben bieder rübergebracht. Die Geschichte stolpert von Logikloch zu Unglaubwürdigkeit, so dass ich nun vermelden muss: Ende der Kritik, Film ist scheiße.

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