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Bei der Erstaufführung ein Kassenschlager, heute schon Kult. "Kevin allein zu Haus" revolutionierte die Weihnachtskomödie, es gab ein Sequel und ettliche schlechte Plagiate. Hierzu schrieb kein Anderer das Drehbuch als John Hughes. Er ist ein Garant für witzige Familienunterhaltung, auch wenn nicht alle seine Drehbücher Lobeshymnen verdienen, doch Dieses tut es. Unter anderem war Hughes verantwortlich für "Breakfast Club, Allein mit Onkel Buck, Beethoven" und auch das geniale Meisterwerk aller Weihnachtskomödien "Schöne Bescherung" entstammt seiner Feder. Mit Chris Columbus hat man den richtigen Regisseur gefunden. Columbus erfand mit Spielberg die "Gremlins" und ist heute hauptsächlich für "Harry Potter" zuständig. Ob als Autor, Produzent, oder auch Regisseur.

Der achtjährige Kevin McCallister (Macauley Culkin) ist eine Nervensäge. Über Weihnachten will die gesamte Familie nach Paris fliegen und durch einen Zufall wird Kevin daheim vergessen. Anfänglich kann der Knirps sein Glück kaum fassen, doch mit der Zeit vermisst er seine Familie. Kevin´s Mutter Kate (Catherine O´Hara) versucht derweil von Paris in die Staaten zu kommen, doch zur Weihnachtszeit ist alles ausgebucht. Unter dessen sind auch die beiden Diebe Harry (Joe Pesci) und Marv (Daniel Stern) unterwegs. Sie plündern die Häuser derer Familien, welche über die Feiertage verreist sind. Besonders das McCallister Haus hat es den Beiden angetan. Doch sie haben nicht mit Kevin gerechnet, der sein Haus mit jeder Menge selbstgebauter Fallen verteidigt.

Das erste Mal ist es immer originell und auch am Schönsten. Die Idee ist prächtig, leider von geldgierigen Produzenten mittlerweile ausgelutscht. "Kevin allein in New York" geht ja noch in Ordnung, aber grottige Filme wie "Wieder allein zu Haus" oder "Home alone 4" machten diese Idee kaputt. Für Columbus war es die dritte Regiearbeit, die nicht nur ihm zur Karriere verholf, sondern auch dem damaligen Kinderstar Macauley Culkin. Er wurde damals als Publikumsliebling gefeiert, bekam für die Hauptrolle im Sequel das höchste Gehalt, welches ein Kinderstar bis dato bekommen hat. Er mimt diese Rolle auch einfach göttlich, da ist es schade, dass Culkin anscheinend mit dem Ruhm nicht zurecht kam. Er frönte dem Alkohol, sowie den Drogen und hält sich heute mit Miniauftritten in Serien über Wasser. Er hatte eine ruhmreiche Zeit, war zwischendurch Millionär, doch nach dem Film "Richi Rich" ist ihm das zu Kopf gestiegen. Negative Schlagzeilen in Massen hagelten auf Culkin nieder, doch durch diese Paraderolle wird man ihn niemals vergessen. Auch die restlichen Darsteller wie Catherine O`Hara als besorgte Mutter, John Candy als sympathischer Sänger, oder auch John Heard als Familienoberhaupt, sind perfekt gewählt. Ein Höhepunkt sind noch die beiden vertrottelten Diebe Marv und Harry, genial verkörpert von Daniel Stern und Joe Pesci. Darstellermäßig hätte man diese Weihnachtskomödie nicht besser besetzen können.

Auch die Kulisse ist mit Liebe zum Detail gestaltet. Zwar sichtlich im Studio gedreht, aber doch stetig wechselnd wenn Kevin einkaufen geht, oder in der Kirche Freundschaft mit einem angeblichen Schaufelmörder schließt. Dieser Film hat eine eindeutige Botschaft für uns Menschen, die zwar mit viel Kitsch, aber doch sehr herzerwärmend ihr Ziel trifft. An Weihnachten ist die Familie der wichtigste Punkt, selbst Kevin würde auf Geschenke verzichten, um seine Familie wieder zu bekommen. Doch vorher werden fleissig Süssigkeiten vernascht, das Zimmer des großen Bruders verwüstet, die Küche in ein Schlachtfeld verwandelt und der Pizzabote mit Hilfe eines Videos verarscht. Mit dem finalen Angriff von Marv und Harry wird der Film zunehmend von Slapstick erobert. Mit selbstgebastelten Fallen werden den Beiden Dieben jegliches körperliche Leid zugefügt, ein normaler Mensch hätte sich schon längst alle Knochen gebrochen, jedoch macht das Zusehen unheimlich Spass und ein bisschen Schadenfreude ist ja auch immer im Spiel. Hughes hat sich da einige tolle Dinge ausgedacht, auch wenn einige Gags zu kindgerecht sind. Der Score könnte passender nicht sein.

Ein gigantischer Spass für Jung und Alt. Weihnachtliche Komödie mit Pepp, Slapstick und jeder Menge Charme. "Kevin allein zu Haus" ist ein Film, den man öfters sehen kann und jedes Mal ist es amüsant.

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