Alle Jahre wieder beglückt uns das Fernsehen um die Weihnachtszeit mit dieser Komödie. Für Macaulay Culkin ein Glücksfall, denn so wird er uns wahrscheinlich an ehesten in Erinnerung bleiben. Denn der Kinderstar vergangener Tage ist anschließend tief gefallen, aber das ist ja kein Einzelschicksal in dieser Branche. Wenn man als Kind Megaerfolge feierte (allein dieser Streifen spielte mehr als eine halbe Milliarde Dollar ein!), wird es manchmal schwierig, in andere Rollen hineinzuwachsen.
Dabei ist „Kevin - Allein zu Haus" einer dieser Filme, denen die dauernden Wiederholungen nicht viel anhaben konnte, denn Slapstick-Humor kann man immer wieder gern sehen. Dabei ist dieser Lausbubenfilm um einen Jungen, der mit zwei oberdämlichen Einbrechern fertig werden muss, durchaus nicht auf gleich hohem Niveau und wartet gerade in ersten Teil mit einigen Längen auf. Wenn man den Film bereits kennt, möchte man sogar am liebsten zur Vorspultaste greifen, um sich endlich an dem Elend zu ergötzen, welches Joe Pesci und Daniel Stern im späteren Verlauf blüht.
Die gestellten Fallen, mit denen Kevin das Haus verteidigt, sind dabei an Genialität kaum zu toppen, auch wenn diese teilweise leicht unrealistisch daherkommen und wohl kaum auf dem Mist eines Dreikäsehochs gewachsen sein dürften. Dem Spaß tut das natürlich keinen Abbruch, die kitschige Weihnachtsstory hingegen wohl schon, aber eine Rahmenhandlung musste man dem Film irgendwie geben und viele werden die emotionale Seite auch irgendwie mögen, steht sie doch in einem seltsamen Kontrast zu den teilweise recht derben Streichen, die nur in der Fortsetzung „... in New York" noch übertroffen wurden.
Fazit: Ein Film mit Licht und auch etwas Schatten. Kevin kommt erst spät richtig in Fahrt, entschädigt aber für den anfänglichen Leerlauf um so mehr. Ein typischer Weihnachtsdauerbrenner, der eine Menge Spaß verbreitet.