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Weihnachtsfilme müssen immer Liebe, Herzlichkeit und Familienglück beinhalten, dabei nie die gute Moral vergessen und auch möglichst viele Weihnachtsmusik beinhalten. Daran hält sich auch Chris Columbus mit seiner Weihnachts-Kult-Komödie "Kevin allein zu Haus" die es jedes Jahr zur Weihnachtszeit irgendwie, irgendwo zu sehen gibt. Doch dazwischen gibt es eine ordentliche Portion Slapstick-Comedy, mit genialen Schauspielern, in einer ideenreichen Story.

"Kevin - Allein zu Haus" war das Sprungbrett von Jungdarsteller Macaulay Culkin ins große Hollywood-Geschäft. Als bestbezahlter Kinderstar überhaupt, durfte er noch in einigen großen Filmen spielen, bevor es leider, sowohl privat als auch karrieremäßig bergab ging.

Und zumindest die Kohle hat er sich, wirklich redlich verdient. Denn seine perfekte One-Man- bzw. One-Boy-Show, die er hier abzieht, ist bis heute von keinem anderen Kinderstar erreicht worden. Auch wenn alles sicherlich etwas unrealistisch wirkt, so überrascht seine Rolle doch in jeder Form. Schnippisch, frech, aber dabei immer clever und gewitzt, zeigt er uns, wie sich ein 8 jähriges Kind perfekt verhält, wenn sich zwei trottelige Einbrecher blicken lassen.

Die Geschichte ist detailreich und clever geschrieben und könnte auch als modernes Weihnachtsmärchen gefallen! Vor allem der geniale Showdown dürfte für einige echte Brüller sorgen. Wenn Kevin nach den zwei Mega-Idioten von Einbrechern Farbdosen wirft, sich Harry die Haare absenkt, Marv ein Bügeleisen aufs Gesicht bekommt oder beide beim Klettern an einem Seil hinüber zum Baumhaus, plötzlich im freien Fall an die Wand klatschen, dürfte uns das kein bisschen Leid tun, sondern unser (leicht perverses) Verlangen nach Lachen über fremdes Leid hervortreten lassen. Denn Schadenfreude ist, neben der Vorfreude, die schönste Freude, vor allem dann wenn sich keiner wirklich weh tut! Derbe, aber urkomisch!

Bei all den Schmerzen, die uns Columbus im Zwerchfell hinterlässt, lässt er aber auch die Moral der Geschicht nicht außen vor. Durch den Handlungsstrang, in dem er uns zeigt wie Kevins Mutter (großartig Catherine O'Hara) probiert, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen, um ihren Sohn in die Arme zu schließen und beim herrlich schönen Ende in die Arme schließt, wissen wir wieder alle den wirklichen Grund von Weihnachten. Nämlich das Familie doch das Wichtigste auf der Welt ist, auch wenn wir das nicht immer wahr haben wollen!
Und die zweite Moral lautet natürlich: Du sollst nicht einbrechen! (Vor allem nicht bei den McCallisters :o))

Nun noch ein kurzes Wort zu den Darstellern. Macaulay Culkin habe ich ja nun schon genug gelobt, aber auch alle Anderen haben Lob verdient! Joe Pesci und Daniel Stern spielen die Trottel-Gangster absolut genial und Catherine O'Hara ist ein absoluter Traum von einer besorgten Mutter. Aber auch alle anderen Nebenrollen sind perfekt besetzt!

Zudem kann auch der Score super gefallen. Potter-Komponist John Williams hat ein 100% passenden Score komponiert, der wohl jedem im Gedächtnis bleiben dürfte. Und die Musikauswahl aus fetzigen Rock-Christmas-Songs und besinnlichen Stücken, immer an den passenden Stellen, ist Gold wert!

Fazit: Fetziger und zum Brüllen komischer Weihnachtsspaß (fast) für die ganze Familie! Genialer Slapstick, gemixt mit schön abgestimmten Weihnachtsszenen (der Schneefall in der Schlussszene ist ein absoluter Weihnachtstraum:-)), der jedes Jahr gefällt, vorzüglich in der schönsten Zeit des Jahres. Geniale Darsteller und traumhafte Musik machen den Spaß perfekt!

Wertung: 9/10

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