Review

In Manila liefern sich Unabhängigkeitskämpfer und Regierungstruppen blutige Kriege und ein friedliebender Student greift zur Waffe, um Einigkeit zwischen den Parteien zu erzielen und dem Grauen ein Ende zu bereiten.

Ich hatte wirklich häufig das Verlangen, einfach mal die Fernbedienung zu greifen und den Vorlauf zu betätigen, aber mich hatte eine hartnäckige Ermüdung mit einhergehender Körperstarre ergriffen und so ließ ich dieses Werk über mich ergehen. Im Film wimmelt es von langweiligen Plottwists, die selbst die Macher von GZSZ wegen Gefühlsübertriebenheit ablehnen würden. So steckt der Held anfangs mächtig in der Zwickmühle und muss in gefühlsduseligen Gesprächen mit seinem Vater und sonstigen Lieben über sein zukünftiges Handeln (Krieg oder Studium) diskutieren und hinzu kommt sein ewiges Begehren nach Frieden, welches er gerne in Worte kleidet und religiöses Gerede. Nunja, da der Film aber nun mal "Blood War" heißt, zieht der Knabe natürlich in den Krieg, aber nur des Friedens zu Liebe, was ein Widerspruch in sich ist. Doch selbst hier gibts immer wieder mit viel Pathos angereicherte Situationen, wenn er zum Beispiel mit einer Knarre in der einen Hand rumballert und mit der anderen Hand ein Kind aus dem Gefahrengebiet trägt oder den Tod eines Jungen betrauert, der ihm kurz zuvor noch Magazine für seine Puste gereicht hat.
In den gefühlsbetonten Passagen kann man dann immer wieder überzogen kitschiger Musik lauschen, die den Zuseher zum Mitempfinden anregen soll, denn allein auf Grund der darstellerischen Umsetzungen der Rollen wäre dies nicht möglich, weil die Leistungen der Schauspieler sich in Grenzen halten. Sowieso gibt es nur wenige Gesichter, die man sich merkt, denn die meisten Figuren bleiben nebensächlich und vor allem in den verschiedenen Kampfgruppen gibts nur ein oder höchstens zwei herausstechende Charaktere, wobei ich diese aber meist nur an den Stimmen der gelungenen Synchronisation (hoppla, ich habe etwas positives am Film entdeckt!) erkennen konnte.
Die vor allem gegen Ende ausgewalzten Actionszenen können ebenfalls nicht für Spannung sorgen, denn auch in diesen herrscht Monotonie vor. Die Männlein rennen die meiste Zeit durch Wiesen oder Sandgruben, wackeln mit ihren Waffen herum und die Getroffenen fallen gestikulierend zu Boden. Ab und an qualmt es immerhin vorne aus den Wummen, so dass einem halbwegs das Gefühl gegeben wird, dass es sich hierbei um einen wirklichen Schuss handeln könnte und in zwei oder drei Szenen fließt tatsächlich ein Quentchen Blut. Hauptsächlich wird dabei die Zeit jedoch mit in die Länge gezogenen Kriegssituationen ohne nennenswerte Ideen verbracht und nach der finalen Schlacht gibts dann noch mal die Friedensbotschaftskeule vor der untergehenden Sonne.

Insgesamt für mein Empfinden ein überflüssiger Schnarcher, der trotz Erscheinens in der Trash Collection für mich nie, weder gewollt noch ungewollt, heitere Spaßmomente bereit hielt. Langweilig.

Details
Ähnliche Filme