Zugegeben, Smokin' Aces ist kein Meilenstein des Genres, aber er hat ein paar der derzeit interessantesten und unterschätztesten Darsteller sowie einige vielversprechende Nachwuchsschauspieler aud seiner Habenseite, dazu gehören Andy Garcia und Ray Liotta auf der ersten Kategorie und beispielsweise ryan Reynolds und Alicia Keys in der zweiteren Kategorie.
Dazu haben wir einen phänomenalen, passenden Soundtrack, der einem das Gefühl des Coolen noch weiter steigert, und einen derart rasanten Schnitt, dass einem fast die Puste weg bleibt.
Die Story selbst ist relativ hanebüchen und derart löchrig gestaltet, dass der Regisseur immer wieder auf Tempo drückt, damit der Zuschauer das nicht bemerkt.
Ein plumpes Beispiel ist, dass alles relativ zeitgleich und parrallel passiert und erzählt wird, aber eine Aufzugfahrt beispielsweise länger dauert als eine Fahrt ´mit dem Wagen von einem See zu einem Hotel.
Aber ist man erst im Film drin, stört es einen eigentlich kaum, denn Smokin' Aces will in erster Linie unterhalten, in zweiter Linie eine Story erzählen, in dritter Linie möchte er einen auf britischer Gangster-Komödie à la Snatch und dergleichen machen.
Zumnidest letzteres funktioniert, das muß auf jeden Fall festgehalten werden, in keinster Weise. Weder ist Smokin' Aces auch nur ansatzweise so lustig, noch ist er irgendwie so cool wie diese brit-Movies. Er hat ein paar lockere Anektoden am Rande, aber diese verpuffen im Gesamtbild betrachtet dann doch sehr schnell.
Statt dessen entpuppt sich Smokin' Aces ziemlich schnell als ultrabrutaler, superspannender Wettlauf gegen die Zeit und jeder gegen jeden, der trotz der zahlreichen Charaktere, die nur oberflächlich eingeführt werden,dennoch sehr stark von den schauspielerischen Fähigkeiten lebt.
Dabei erweist sich Joe Cranahan zum zweiten Mal nach Narc als kritischer Regisseur, dessen (diesmal) versteckte Message das Ausgesetztsein des Individuums gegenüber staatlicher Willkür ist. Hier jedoch ist das augenscheinlich nicht das hauptaugenmerk, erst bei näherem Hinsehen entdeckt man dieses Schlupfloch.
Beim Anschauen des Films denkt man gar nicht darüber nach, viel zu viele andere Handlungsstränge muß man mitverfolgen oder sich gleichzeitig Gedanken darüber machen, wer wie was wann machen wird, oder wer warum was ist.
Dennoch ist Smokin' Aces auf jeden Fall irre spannend und qualitativ sehr groß in Szene gesetzt.
Dass der Film irgendwie dennoch gefloppt ist, mag vielleicht daran gelegen haben, dass er doch ein bißchen zu brutal, also wegen der FSK, war. Kann aber auch daran gelegen haben, dass die Werbekampagne ganz falsche Erwartungen weckte.
Denn als cooler ernster eigenständiger Action-Film mit gewissen Einflüssen des letzten Jahrzehnts funtioniert er bestens, sucht man einen zweiten Pulp Fiction oder Snatch, ist man hier fehl am Platz. Nicht dass Smokin' Aces jetzt schlechter wäre, er ist halt nur anders.
Aber das mächtig cool!!!
( Und Ray Liotta zeigt wieder einmal, was er eigentlich kann, schade dass er es nie ganz groß geschafft hat.)
8 Punkte