Zwei Jahre später, natürlich zur Weihnachtszeit, brachte 20th Century Fox das Sequel zu "Kevin allein zu Haus" in die Kinos. "Kevin allein in New York" brachte deutlich höhere Einspielergebnisse, war im Gegenzug auch fast doppelt so teuer wie der Erstling. Hauptdarsteller Macauley Culkin erhielt die bis dato höchste Gage für einen Kinderstar. Chris Columbus durfte abermals auf dem Regiestuhl platz nehmen und das Drehbuch von John Hughes in Szene setzen. Leider verbrach Hughes auch später die beiden verkorksten Sequels "Home Alone 3 und 4", in denen Culkin jedoch nicht zugegen war. Als Kevin war er nun mal der Publikumsmagnet, richtig gut agierte er noch in "Das zweite Gesicht", bevor es nach der Kinderkomödie "Richi Rich" mit ihm bergab ging.
Es ist wieder Weihnachten, Kate (Catherine O´Hara) und Peter McCallister (John Heard) wollen mit der restlichen Familie nach Florida verreisen. Kevin (Macauley Culkin) ist davon gar nicht begeistert und steigt am Flughafen ausversehen in die falsche Maschine. Während seine ganze Familie im verregneten Florida landet, kann sich Kevin nun in New York amüsieren. Mit Hilfe von Peter´s Kreditkarte checkt Kevin im Plaza ein und schwelgt dort im Luxus. Doch auch die beiden Diebe Harry (Joe Pesci) und Marv (Daniel Stern) hat es nach New York verschlagen. Sie konnten aus dem Gefängnis fliehen und wollen nun zur Weihnachtszeit ein Spielwarengeschäft ausrauben. Abermals kommt ihnen Kevin in die Quere, welcher sich erneut sehr gut zu wehren weiss.
Die Kulisse ist anders, doch ansonsten präsentiert und Hughes hier ein prächtig funktionierendes Abziehbild des Originals. Dank des höheren Budgets fällt das Sequel wesentlich pompöser aus, fährt aber im Grunde mit genau mit den selben Gags auf. Macauley Culkin weiss sich abermals perfekt zu verkaufen. Er ist unverzichtbar und ist in diesen zwei Jahren sichtlich erwachsener geworden. Er selbst war hier zwölf Jahre alt und verkörpert den zehnjährigen Kevin, welcher immer noch ein Querulant in der Familie darstellt. Joe Pesci und Daniel Stern sorgen weiterhin für massig Lacher, leider wird ihr Talent gerade im übertriebenen Finale etwas verheizt. Ansonsten ist auch die alte Besetzung mit an Bord. Catherine O´Hara als Kevins Mutter Kate, John Heard als Peter McCallister und Devin Ratray als Buzz. Desweiteren kommen hier Rob Schneider Concierge Cedrick dazu und Tim Curry als Hector. Abermals eine prächtige Besetzung, die keine Fehlbesetzungen aufweist, auch wenn teils die deutschen Synchros ein wenig zu dick auftragen.
Der Zuschauer sollte sich schon mal darauf einstellen, dass ihm hier nichts Neues zugetragen wird. Erneut will Kevin nicht mit in den Urlaub, vermasselt eine Kirchenaufführung und eckt damit bei seiner Familie an. Aufgrund einer Verwechslung landet er im falschen Flugzeug, was ein wenig unrealistisch ist, da sich die Flugbegleiter überhaupt nicht vergewissern, dass seine Familie wirklich an Bord ist. In New York entert Kevin das Plaza Hotel, legt die vertrottelten Angestellten erneut mit einem Brutalovideo rein und muss sich mit den klebrigen Banditen Marv und Harry herumärgern. Desweiteren nimmt er sich auch hier wieder eines Aussenseiters an. War es im Erstling ein alter Mann der von Buzz als Schaufelmörder datiert wurde, so ist es hier eine obdachlose Taubenfrau. Genau dieselbe Botschaft wie der Erstling verkündent, weiss der Spass lückenlos zu unterhalten. Auch wenn die Gags praktisch alle wiedergekäut sind. Nur das Finale ist zuviel des Guten. Im renovierungsbedürftigen Haus seines Onkels baut Kevin in kürzester Zeit massig Fallen, welche einen normalen Menschen schon zehnmal das Leben gekostet hätten. Harry und Marv bekommen Backsteine auf den Schädel, fallen aus schwindelerregenden Höhen in die Tiefe, werden angezündet, unter Strom gesetzt. Als Zuschauer kann man immer noch schmunzeln, aber kein Kind der Welt wäre fähig solche Fallen zu bauen und kein Einbrecher der Welt würde so etwas überleben. Natürlich wollte man das Original toppen, wirkt damit jedoch noch kindgerechter.
Bis zum Finale steht "Kevin in New York" dem Original in nichts nach. Es bleibt sichtlich ein Abziehbild, welches immer noch charmante und humorvolle Unterhaltung garantiert. Tolle Darsteller, eine weihnachtliche Kulisse und ein genialer Score peppen den Film auf. Mit dem Finale kann ich nicht so viel anfangen, zu übertrieben, zu kindgerecht. Trotzdem ist die Fortsetzung gelungen