Review
von Leimbacher-Mario
Großer Apfel, kleine Abweichungen
"Home Alone 2" ist eine der Fortsetzungen, deren Vorgänger derart gut funktioniert und bombig eingeschlagen ist, dass sich die Macher gedacht haben: "Daran ändern wir nichts. Neues Setting, von allem etwas mehr. Aber ansonsten muss alles gleich (gut) bleiben! Die Leute liebten den Ersten. Dann rollt der Rubel direkt noch einmal... Ho Ho Ho!!!". Und diese Einstellung merkt man an jeder Ecke und hat natürlich Vor- und Nachteile. Diesmal erwischt Kevin im Weihnachtsurlaub den falschen Flieger und landet in New York, wieder ohne Familie, wieder kreuzt er Weg mit den feuchten Banditen und wieder muss er (s)ein Haus vor den zwei Chaosräubern verteidigen...
New York in Filmen der frühen 90er ist dreckig, gothic, schäbig, düster und vor allem für Kinder oft unheimlich. Die Location passt also. Zudem ist Culkin noch mehr in seiner Rolle. Dass Pesci und Stern nochmal zurückgekommen sind, ist ein riesiger Gewinn. Und die vielen Insider und Verweise zum Vorgänger, laden, gerade die Hardcore-Fans, zum Immer-wieder-gucken ein. Also ob man ihn Weihnachten nicht eh schon genug sehen würde... Die Fallen sind brutaler, die Stimmung wie gesagt dunkler und dennoch ist das Gefühl warm genug und etwas wie nach Hause kommen. Als Double Feature mit dem Original immer eine safe Wette. Originell, kreativ oder mutig ist sicher anders, der Chameo des jetztigen Potus war damals witziger als heute, und alles Genannte macht ihn natürlich noch vorhersehbarer. Doch richtig schlecht, können ihn eigentlich nur Leute finden, die den Vorgänger auch schon nicht mochten. Und wer möchte die schon um sich haben... erst recht an Weihnachten ;-).
Fazit: nette Ergänzung, Variation, Fortsetzung des Originals, mit düsterem New York-Feeling und einem gewohnt charismatischen Mini-Protagonisten. Ansonsten wird sich etwas zu sehr an das Motto "Bigger is better" gehalten. Die klasssiche Nummer sicher. Mögen, tue ich ihn dennoch ziemlich. Wenn auch eher durch das Original...