Unter seinem Pseudonym Jay Andrews drehte Jim Wynorski Schrott mit Michael Dudikoff – erst „Deadly Blaze“ und später noch „Gale Force“.
Schon der Auftakt ist totaler Käse und hat gar nichts mit dem Restfilm zu tun: Der Feuerwehrhauptmann Jack Thomas (John Bradley) soll der Polizei helfen einen Brandstifter zu fassen. Als er den Verdächtigen erblickt, nehmen er und Officer Albert Denning (Ice-T) die Verfolgung und stellen den Verbrecher. Das alles inklusive Stock Footage (fast die gesamte Verfolgungsjagd stammt aus „Tödliche Nähe – Striking Distance“), Logikfehlern (Feuerwehrmann Jack darf einfach so rumballern) und schlechtem Drehbuch (Denning taucht danach im Film nur noch einmal kurz auf).
Dann ist der Brandstifter tot, doch es geht trotzdem wieder Feuer los, weil der miese Raffineriebesitzer Wendell Mays (Tom Arnold) sich nicht um Sicherheit schert. Der Brand ist kaum einzudämmen und ein Krankenhaus liegt im Weg des Feuersturms...
„Deadly Blaze“ ist selbst für Wynorksi-Verhältnisse unheimlich dreist, denn die handgemachte Action ist hier noch dünner gesät als sonst und besteht meist aus grottigen CGI-Effekten. Nur der eine oder andere Stunt sieht halbwegs gut aus. Dafür gibt’s mal wieder reichlich Stock Footage, doch nicht aus aktuelleren Katastrophenfilmen, sondern dem uralten „Stadt in Flammen“. Das Stock Footage ist hier zwar teilweise echt gut eingebunden, aber aufgrund der 70er Jahre Optik kann die Szenen dann aber doch immer einfach identifizieren.
Eine richtige Geschichte hat man sich hier aber nicht erdacht und so wechselt „Deadly Blaze“ unmotiviert die einzelnen Stränge: Mal geht es um das Krankenhaus, wo totale Klischeeabzocker rumrennen (die Chefin nimmt nur Leute mit Knete auf usw.), doch zum Glück ist die aufrechte Ärztin Jennifer Lewis (Amanda Pays) da, mal geht es um Jacks Einheit, die aber pausieren muss, weil Jack eine Rauchvergiftung bekommt, dann noch um Jacks Bruder, der Mays Fahrlässigkeit nachweisen will, sowie die restlichen Löscharbeiten (was mit Stock Footage gleichzusetzen ist, von ein paar Szenen in der Einsatzzentrale abgesehen). Spannung kommt da nicht auf, Mitgefühl für die Figuren auch nicht und so interessiert es herzlich wenig, wenn „Deadly Blaze“ gegen Ende unmotiviert ein paar Sympathieträger killt.
Um das Ganze jedoch besonders unerträglich zu machen, sind die Krankenhausszenen allesamt unendlich zäh und kitschig geraten, doch sie fressen einen Großteil der Laufzeit. Dazu noch Logiklücken und Unglaubwürdigkeiten, wie es sie echt nur bei Wynorksi gibt: Da weigert sich der Bürgermeister möglicherweise explodierende Gasleitungen auszuschalten, weil Freitag ist, ein Kinderzimmer brennt nach etwas zündeln, als habe das Blag vorher mit Kerosin rumgespielt und der Captain durchsucht ein brennendes Haus, obwohl nachweislich alle evakuiert wurden. Das sind nicht die einzigen Klöpse und so strotzt „Deadly Blaze“ nur so von horrender Blödheit.
Tom Arnold chargiert sich als Bösewicht mittelprächtig einen zusammen, John Bradley spielt den Helden auf Autopilot und Ice-T spielt wie gewohnt den coolen Macker – das immerhin routiniert, aber er hat nur zwei Szenen. Michael Dudikoff als Feuerwehrmann spielt auch relativ lustlos und wird sowieso kaum gefordert; einzig Amanda Pays hat noch etwas mehr Screentime, spielt aber auch wenig überzeugend.
„Deadly Blaze“ ist typischer Wynorski-Schund: Kreuzlangweilig, unlogisch und voller Stock Footage. Ein paar der selbstgedrehten Actionszenen sind ganz OK, doch ansonsten ein Totalausfall.