Review

Ein Computerchip mit streng geheimen Daten wird von ein paar Gangstern entwendet und von diesen in einem ferngesteuerten Spielzeugauto versteckt, das aufgrund einer Verwechslung am Flughafen in den Händen des kleinen Alex landet. Die Gangster wissen zumindest, in welcher Gegend sich der Chip befinden müsste und brechen daher systematisch in der Nachbarschaft von Alex ein, der die Einbrüche beobachtet, da er die Windpocken hat und daher nicht zu Schule geht. Die Polizei und seine Eltern wollen ihm dies jedoch nicht so recht glauben, da die Einbrecher nichts entwendet haben. Daher beschließt Alex, allein gegen die Verbrecher vorzugehen.

Chris Columbus feierte mit "Kevin allein zu Haus" und dem Sequel "Kevin allein in New York" große kommerzielle Erfolge, weswegen man sich entschied, einen dritten Teil zu drehen, der aber von Anfang bis Ende lediglich wie eine B-Ausgabe der ersten beiden Teile wirkt. So wurde Raja Gosnell, der bei den ersten beiden Filmen als Cutter unter Regisseur Columbus tätig war, zum Regisseur befördert, während auch Hauptdarsteller Macaulay Culkin aus Altersgründen nicht mehr in der Hauptrolle zu sehen ist, genauso, wie die alten Nebendarstellern, zu denen unter Anderem Oscar-Preisträger Joe Pesci gehörte und auch die Filmmusik stammt nicht mehr von Komponisten-Legende John Williams. Und der qualitative Rückgang ist daher auch überdeutlich erkennbar.

Schon bei der Story zeigt sich, dass die Macher nicht darum bemüht sind, Innovationen und neue Einfälle in diesen dritten Teil der Reihe zu integrieren. So ist die Story im Grunde mit der des ersten Teils identisch, auch wenn man hier mit dem hochbrisanten Computerchip versucht, das Geschehen auf eine höhere Ebene zu ziehen. Dann folgen Einbrüche, Anrufe bei der Polizei, die auf Dauer nicht ernst genommen werden und natürlich Fallen für die Einbrecher. Mehr ist da nicht.

Die einzigen Stellen, an denen ein gewisser Einfallsreichtum erkennbar ist, sind die Fallen, die den Einbrechern gestellt werden. Daher überzeugt das Finale, bei dem die Einbrecher in die cartoonesk überzogenen Fallen tappen durchaus und sorgt zumindest zum Ende hin für gelungene Unterhaltung, auch wenn sich das Konzept im Großen und Ganzen nicht von dem der Vorgängerfilme abhebt.

Die erste Hälfte des Films, in der die ersten Einbrüche gezeigt werden, ist hingegen eher langweilig, wird aber von Raja Gosnell schnell genug erzählt, dass der Film unterm Strich noch als halbwegs solide betrachtet werden kann, auch wenn ansonsten nichts Erwähnenswertes geboten wird. Damit ist "Wieder allein zu Haus" deutlich schwächer als die Vorgänger, aber immer noch um einiges besser, als der vierte und hoffentlich letzte Teil der Reihe, der noch folgen sollte.

Wäre noch zu erwähnen, dass sich Alex D. Linz in der Hauptrolle solide verkauft und Macaulay Culkin in nicht sonderlich viel nachsteht und für einen sympathischen Grundeindruck des Films sorgt, dass Joe Pesci jedoch schmerzlich vermisst wird, weil er der mit Abstand amüsanteste Einbrecher war und, dass Scarlett Johansson in einer kleinen, unauffälligen Nebenrolle zu sehen ist.

Fazit:
Das Finale, bei dem die zahlreichen Fallen schließlich zuschnappen, unterhält durchaus gelungen mit cartoonesk überzogenen Sequenzen, aber ansonsten ist dies in allen Belangen ein unauffälliger und nicht sonderlich innovativer Abklatsch der Vorgänger.

42%

Details
Ähnliche Filme