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Da kann man mal sehen, wie sich der Humor in Fernsehserien im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Das haarige Alien mit der verwarzten Tapirnase fand man - und das nicht etwa bloß als Kind - zu einer Zeit witzig, in der generell alle vorlauten Dummschwätzer von Otto bis Eddie Murphy als meisterhafte Spaßvögel galten. Heute hingegen schämt man sich fast dafür, dass man jemals ein ALF T-Shirt getragen hat. Es mag unfair erscheinen, eine in die Jahre gekommene, harmlose Unterhaltungssendung so zu verreißen und mit heutigen Maßstäben zu messen. Alles zu seiner Zeit. Und ALF war mit seinem frechen Schandmaul damals sicherlich frisch und innovativ, aber heute kann man sich sein hohles Gegröhle gar nicht mehr antun, und das zählt eben letztlich auch, Nostalgie hin oder her. Da ist der verklemmte Willie Tanner als dankbares Opfer fast schon lustiger als der außerirdische Titelheld selbst.
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Die kleine Außerirdische Lebensform krachte mit seinem Raumschiff 1986 durch die Garage der Vorstadtfamilie Tanner und somit in ihr Familienleben und letztendlich auf die Mattscheiben rund um den Globus. Von da an ist es vorbei mit der Langeweile - dieses knuddelige extraterrestrische Wesen ist halt immer für ein paar krasse Aktionen und zum Schreien komische Sprüche gut. Einige davon werden mich wohl mein Leben lang verfolgen (hab es in meiner Jugend einfach zu oft als Hörspiel konsumiert). Die auftretende Charaktere sind sehr überspitzt dargestellt - insgesamt hat das ganze damit aber immer ein System. Man erkennt (auch wenn man gerade nicht in einer amerikanischen Vorstadtsiedlung lebt) sehr schnell sehr viele Parallelen zu seiner Umwelt oder bestimmten Menschen wieder. Außerdem kann man der Serie einen pädagogischen Charakter nicht absprechen - in jeder Folge gibt es etwas zu lernen und natürlich auch zu erleben. Lachen ist garantiert! Fazit 8/10 Punkte