Review

"Drei Amen für den Satan" ist ein Rache-Western der etwas anderen Art:

Der junge Jim Bridger (Leonard Mann) muss mit ansehen, wie seine Eltern und Schwester von Indianern getötet und die Farm niedergebrannt werden. Er schwört daraufhin Rache und tötet von nun an jeden Indianer, der ihm über den Weg läuft. Jahre später trifft er auf einige Indianer und tötet sie. Nur die schöne Indianerin Tune (Elizabeth Eversfield) überlebt und Jim nimmt sie mit in die Stadt. Dort stößt er jedoch auf den Zorn der Bürger, die angestachelt durch den reichen Bürger Perkins (Ivan Rassimov) und den Zeitungsverleger Prescott (Klaus Kinski), eine Riesenwut auf alle Indianer haben. Jim kann Tune zwar noch retten, doch in einem späteren Kampf mit einigen von Perkins Schergen wird er schwer verletzt und Tune verschleppt und von Perkins als Sklavin gehalten. Jim wird von Doc (Steffen Zacharias), einer recht obskuren Person, gerettet. Gemeinsam finden sie heraus, werd damals wirklich seine Eltern getötet hat...

Der Film besticht durch seine intelligente Story, die mit einigen Wendungen aufwarten kann, und so spannend bis zum fulminanten Ende ist. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und besonders der Charakter des gebrochenen Jims, der während des Filmes einen Wandel von 180 Grad erlebt, zieht den Zuschauer in seinen Bann. Auch kann man dem Film einen sozialkritischen Touch zusprechen. So wird uns schonungslos gezeigt, wie die Indianer für die Machenschaften benutzt und ausgebeutet werden. Besonders grausam sind die Teerung und Federung Tunes in der Stadt und ihre Auspeitschung auf Perkins Wohnsitz. Diesen Western kann man im Ganzen sowieso der härteren Sorte zuordnen.

Schauspielerisch kann besonders Leonard Mann, der den Jim Berger spielt, überzeugen. Mann nimmt ihm die Rolle des gebrochenen Rächers ab, der später seine Auffassung total ändert.
Auch Ivan Rassimov als Perkins überzeugt in seiner Rolle als skrupelloser Großbesitzer, der auf Nichts und Niemanden Rücksicht nimmt.
Auch Klaus Kinski, hier in einer Nebenrolle, spielt die Rolle des schmierigen Zeitungsverlegers gut.
Genauso gefällt mir Steffen Zacharias als Doc. Dazu trägt aber auch die Rainer Brandt Synchro dazu, die diesem Charakter einen sehr obskuren Touch gibt. Alles in allem ist die Synchro eher lustig ausgefallen, was vielleicht nicht alle gut finden - ich schon.

Die Musik von Piero Umiliani fügt sich gut in die Szenerie ein und untermalt mit ihren traurigen Klängen die triste Grundatmosphäre. Trotzdem reicht sie nicht an die Musik eines Ennio Morricone heran.

Angelo Lotti liefert eher statische Bilder, da hätte ich mir doch ein paar schöne Kamerafahrten gewünscht, auch wenn diese Bilder zur Grundstimmung passen.

"Drei Amen für den Satan" ist ein klasse Western mit kritischen Zügen, den ich jedem Westernfan empfehlen kann, zumal es bei Italo-Western schon eine Rarität ist, dass Indianer der Mittelpunkt sind. Auch für Freunde der härteren Gangart könnte der Film interessant sein.

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