Review

In den letzten Jahren kamen recht vielversprechende englische Werke über den Kanal. Da hatten wir die wirklich guten "Descent" und "Wilderness" aber auch wie den nun hier vorliegenden "Straightheads".

Die Geschichte ist einfach erzählt. Alice (Gillian Anderson, Akte X) geht mit dem Alarmanlagen-Installteur Adam (Danny Dyer, Football Factory) ein Techtelmechtel ein. Nach einer Party überfahren sie ein Reh. Eine Gruppe von drei Männern beobachtet dies und überfällt die beiden. Adam wird halb tot geschlagen und verliert ein Auge, Alice wird brutal vergewaltigt. Einen Monat später, beide leiden unter einem Trauma. Da ergibt sich durch zufall die Möglichkeit sich an den Männern zu rächen.

Nun, das Revenge-Thema ist für viele ein rotes Tuch. Nur ein Vorwand für brutale Morde unter dem Zeichen der Selbstjustiz. Da kommen dann die Moralisten auf den Plan und erheben den Zeigefinger, "man darf gleiches ja nicht mit gleichem vergelten". Von mir aus, ich seh das anders. Mir kann keiner erzählen das er nicht ähnlich handeln würde, wenn ihm so etwas wiederfahren würde. Es sei denn, er ist überzeugter Pazifist und tanzt des Abends ums Lagerfeuer..

"Straightheads" versucht allerdings komplett in die "Hostel-Schiene" zu gelangen und verfehlt seine Linie kein bischen. Hier werden unschuldige Hunde getötet, Männer mit Gewehren vergewaltigt und Augen ausgestochen. Das ganze wirkt aber dermaßen sinnlos das einem Übel wird. Wer sich an einem winselnden und weinenden Mann ergötzen kann, bitte schön..Ich kann es nicht.

Die Darsteller sind, bis auf Dyer und Anderson mir absolut unbekannt. Beide wirken aber sehr stereotyp und fehlbesetzt. Mal davon abgesehen das ich Gillian Anderson mit ihrer Alkoholiker-Synchro noch nie leiden konnte, spielt sie penetrant und sehr unsexy. Dyer konnte an seine vorherigen Auftritte in "Severance", "Football Factory" und "Mean Machine" nicht anknüpfen.

Regisseur Dan Reed hat nur eine Sache gut gemacht, und zwar den Film nicht zu lang werden zu lassen. Mit gut 72 Minuten ist "Straightheads" ebenso schnell vorbei wie auch wieder vergessen.

FAZIT:

Ein Rache-Thriller der gern in einem Atemzug mit "Death Sentence", "Death Wish" und "The Brave One" genannt werden möchte, aber im Fahrwasser komplett untergeht. Ein unterdurchschnittlicher Videotheken-Reißer, der lieber schnell wieder aus den Regalen verschwinden sollte.

2,5/10

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