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Wie sich doch die Zeiten ändern: Anno 1980 lässt ein gewisser Jörg Buttgereit einen Turnschuh explodieren und das Ganze wird als Kurzfilm gehandelt. Heutzutage würde so ein Clip in jedem Videoportal fünftausend Daumen-runter erhalten, weil Kids mittlerweile von Hochhausdächern springen und während des freien Falls rappen, - da so eine Achtziger-Aktion vergleichsweise technischen Rückschritt bedeutet, sollte man eigentlich faire Maßstäbe ansetzen.
Und der Buttgereit durfte später ja auch an Leichen naschen...

Ein Turnschuh wird präpariert und explodiert, - man könnte sich jetzt natürlich die Frage nach dem tieferen Sinn stellen, doch in dem Jahr als der Jörg jene 37 Sekunden zu einem Gesamtwerk "geschustert" hat, war er gerade mal siebzehn Jahre alt und dürfte froh über Vaters Kamera gewesen sein und sich kaum Gedanken über seine Aktion gemacht haben.

Der Hauptdarsteller sieht scheiße aus, - der runzelige blaue Schuh ohne Schnürsenkel (die nahm er zuvor wahrscheinlich heraus, - sie hatten ja nichts) hat den Gnadenstoß auf dem weißen Sockel definitiv verdient. Vor der "Explosion" sieht man kurz eine Hand, die etwas in der Spitze des Titelgebenden platziert und schon ist das Ding hin, wenn auch nicht gänzlich zerfetzt, sondern eher qualmend zerbeult und noch unansehnlicher als zuvor.

Auch mit sehr viel Wohlwollen lässt sich hier nicht viel herausfiltern: Kein Score, keine Bindung zur Hauptfigur, eine kaum erkennbare Dramaturgie und eine gänzlich schlechte Wahl des Schauplatzes machen diesen Streifen wahrlich nicht sehenswert, da diese Aktion mit dem Sack Reis in China vergleichbar ist.

Über Dialoglast kann man sich zwar nicht beschweren, doch diese halbe Minute könnte von jedem anderen Amateurfilmer stammen, der in den Achtzigern in Sachen Effekte herumexperimentierte. Immerhin wird die Kamera ruhig gehalten, so dass innerhalb der Explosion noch eine kleine Zeitlupe möglich war, mehr gibt der olle Schuh dann aber auch wirklich nicht her.
3 von 10

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