Deutschland, 1942: In einem fiktiven Gefangenenlager betreiben der amerikanische Colonel Hogan und sein Team (allesamt Kriegsgefangene) eine Spionage- und Sabotage-Unternehmung. Das gesamte Lager ist mit Tunneln durchzogen, das Büro des deutschen Kommandanten ist verwanzt und Funkkontakt zur Heimat ist auch sichergestellt.
So werden in jeder Folge die unvorstellbarsten Aufträge duchgeführt. Brücken sprengen, deutsche Generäle entführen, Überläufern zur Flucht verhelfen oder Aufmarschpläne stehlen: Alles ist möglich, Hogan und sein Team sind dem Feind immer einen Schritt voraus.
Der Erstausstrahlung war in Deutschland ein Flop, doch dann nahm sich Synchron-Legende Rainer Brandt der Serie an und siehe da:
Er hat es wieder geschafft. Unglaublich dieser Wortwitz, ohne sich zu weit von der Vorlage zu entfernen und doch mit einiger künstlerische Freiheit.
Der Lagerkommandant Wilhelm Klink als sächselnder Oberst, Feldwebel Schulz mit seinem tiefbayrischen Dialekt und großem Herz, General Burkhalter als Wiener Grantler und natürlich Major Hochstetter als Choleriker vom Dienst.
Hier werden alle Klischees vom deutschen Soldaten im dritten Reich durch den Kakao gezogen. Natürlich darf man keine hochwertige Persiflage erwarten, aber mehr als reiner Slapstick ist das ganz schon. Die besten Folgen sind dann auch die, in denen die oben genannten gemeinsam auftreten.
General Burkhalter, der typische Opportunist, setzt Oberst Klink oftmals unter Druck. Dieser wiederum ist ziemlich unfähig und versucht seine Inkompetenz mit viel Gerede zu überspielen. Dabei ist sein Verhältnis zu Hogan fast schon freundschaftlich. Er ahnt, was Hogan treibt, ohne jedoch ernsthaft zu versuchen, die Machenschaften aufzudecken. Major Hochstetter kommt Colonel Hogan hingegen wiederholt gefährlich nahe, scheitert jedoch immer wieder an Hogans Cleverness.
Garniert wird das Ganze mit einigen Running-Gags, wie der Zigarrendiebstahl Hogans aus Klinks Schatulle, Schultz' Durchzählung beim täglichen Appell, die fast nie stimmt oder Klinks Anspielungen auf seine Hauswirtschafterin Kalinke (die es im Original nicht gibt). Großartig auch einige kritische Sätze, die nur in der deutschen Übersetzung existieren. Z.B. sagt Klink zu Hochstetter: "Der SS würde etwas mehr Menschlichkeit auch gut zu Gesicht stehen" oder "Unsere Gefangenen sind genauso Menschen wie wir". Überhaupt werden besonders Gestapo und SS wunderbar vorgeführt, sind doch alle Bemühungen der "Elite" im dritten Reich, den Untergrund aufzudecken oder neue technische Errungenschaften gegen den Feind einzusetzen, zum Scheitern verurteilt.
Wer auf historische Korrektheit Wert legt, ist hier natürlich völlig falsch. Hin und wieder werden bestimmte Ereignisse angesprochen, wie z.B. die Invasion in der Normandie, aber insgesamt ist der zeitliche Ablauf ziemlich locker gestaltet. Auch Ortsangaben entsprechen kaum der geographischen Wirklichkeit. Das würde auch nicht zum Stil der Produktion passen, die zudem noch recht preiswert ausgestattet ist.
Fazit:
Viele sympathische Typen (auch bei den Deutschen), unzählige Kalauer, haarsträubende Storys, Rainer Brandts Synchronbuch und die deutschen Sprecher machen diese Serie wirklich sehenswert.