Review

Die Crew von Pixar schafft es immer wieder, mit ihren Kurzfilmen zu begeistern und den eigentlichen Hauptfilm (hier „Cars“) um Längen zu schlagen.
In diesem Fall reichen 4,21 Minuten aus, um das Duell zweier Straßenmusiker zu schildern, die um die Gunst eines kleinen Mädchens wetteifern und für den Lohn einer goldenen Münze zu Hochtouren auflaufen.

Schauplatz ist der Marktplatz einer Altstadt mit Piazza Brunnen in der Mitte, so wie man sich vielleicht Rom oder Palermo während des Mittelalters vorstellen mag.
Entsprechende Erscheinungen geben die rivalisierenden Musiker ab:
„Bass“ ist eher der Clown, dessen Ein-Mann-Orchester hauptsächlich Blechbläser, Akkordeon und Pauke umfasst.
„Treble“ hingegen der dünne große Narr, der überwiegend Geigen, Gitarre und ein kleines Piano am Körper trägt.
Als das kleine Mädchen „Tippy“ ihre Münze in den Piazza Brunnen werfen will, beginnen die beiden Musiker einen Wettstreit, der jede Menge Slapstick und eine humorvolle Auflösung bietet.

Musik, Mimik und Gestik der Figuren reichen zur Kommunikation vollkommen aus, gesprochen wird nicht.
Das würde auch als Störfaktor dastehen, denn der Score arbeitet prächtig mit dem Auftreten beider Figuren zusammen. Zunächst spielt jeder sein Repertoire für sich, doch während des Wettstreits ergänzen sich beide Parts zu einer kraftvollen Einheit.
Dass dabei die erhoffte Münze nicht einfach bei einem der beiden landet, dürfte nahe liegen und so fungiert das Mädchen als entscheidende Instanz, was im Verlauf für kleine Lacher sorgt und final mit einer angemessenen Botschaft versehen wird.

Die Animation von Pixar ist einmal mehr als herausragend zu bezeichnen, auch wenn dem Ganzen ein paar liebevolle Details, wie sich bewegende Wolken oder markante Gesichter der Figuren fehlen.
Dafür wurde der Marktplatz malerisch gestaltet, der sprudelnde Brunnen herrlich lebendig animiert und die Mimik des kleinen Mädchens mit treffenden Gesichtsausdrücken ausgestattet.
Zudem entfalten sich die Requisiten, sprich, die Instrumente als einfallsreich konstruiert, da jeder Musikant während des Duells noch mindestens ein As aus dem Ärmel zaubert.

Vielmehr lässt sich über diesen Kurzfilm nicht beschreiben, der in weniger als fünf Minuten allerbeste Unterhaltung bietet. Und das in Form von toller Musik, sympathischem Humor und Figuren, die mit wenigen Aktionen treffend gezeichnet wurden.
Auch wenn man „One Man Band“ drei, vier mal hintereinander sieht, - die Freude darüber lässt kaum nach.
Großes Kurzfilm-Kino zum Wohlfühlen für Zwischendurch,
9 von 10

Details
Ähnliche Filme