Pixar lädt mit "Die Einmannband" zur ca. fünfminütigen Moralstunde ein. Die Handlung ist dabei ebenso einfach wie erstaunlich schlicht: Zwei Straßenmusikanten bieten sich einen Wettstreit um die Münze eines Mädchens, welches diese eigentlich in einem Brunnen versenken wollte. Ganz nach dem Motto "Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte" gehen beide am Ende leer aus. Und obwohl der versöhnliche Abschluss ausbleibt kommt die Moral an. Viel mehr bietet der Kurzfilm allerdings nicht.
Ungewohnt wenig Humor findet sich in dem Fünfminüter, der eher zur cartoonhaften Technikdemo mit viel Musik verkommt, statt als witziger Cartoon zu begeistern. Damit ähneld er dem 2003 produzierten Kurzfilm "Ein Schaf ist von der Wolle", der jedoch eine ordentliche Pointe hatte. Bei "Die Einmannband" dagegen bleibt erstaunlich wenig hängen.
Der Kurzfilm ist völligst ohne Dialoge und benötigt diese tatsächlich zu keinem Zeitpunkt. Musik, Mimik und Gestik der Figuren reichen zur Kommunikation vollkommen aus. Gerade die Gesichter der comichaften Figuren sind ausdrucksstark animiert und lassen ihr Gemüt von selbigem anstandslos ablesen.
Abseits dieser Animation und einem herrlich lebendig wirkendem Brunnen fehlt es aber ein wenig an Details. So sind die Hintergründe leblos, es fehlen sich bewegende Wolken am Himmel oder zumindest ein wenig Durchgangsverkehr von Mensch und Tier in der Stadt.
Technisch gelungen dient "Die Einmannband" eher seiner moralischen Pointe statt mit seiner Geschichte zu unterhalten. Abseits des Geschehens fehlt es ein wenig an Details und obwohl die Animation durchaus ansehlich ist, ist das Gesamtkonzept unter dem sonstigen Niveau von Pixar. Ein wenig mehr zündender Witz hätte dem Kurzfilm durchaus gut getan um eine Brücke zwischen Fingerzeig und Unterhaltung zu bauen.
5 / 10