1, 2, Jigsaw kommt vorbei. Alle Jahre wieder, seit jetzt nunmehr 3 Jahren, kehrt Jigsaw auf die große Kinoleinwand zurück um das geneigte Kinopublikum in eine Welt voller Schmerzen und Qualen zu entführen. Und dieses Mal wird es sogar noch eine Spur krasser als in den beiden Vorgängern. Jigsaw ist back und wie.
Story: Amanda entführt die junge Ärztin Lynn Denlon. Sie soll den kurz vor dem Tod stehenden Jigsaw am Leben erhalten. Damit sie allerdings nicht auf dumme Gedanken kommt, wird ihr eine Halskrause umgelegt, gekoppelt mit dem Herzschlaf von Jigsaw. Hört sein Herz zu schlagen auf, stirbt sie. Währendessen wacht Jeff in einem Lagerhaus auf. Nach dem Tod seines Sohnes ist er getrieben von Rachegefühlen und will nur noch den Tod des Mörders. Auf den Weg durch das Lagerhaus muss Jeff allerdings einige Prüfungen bestehen. In brutalen Fallen gefangen, sind mitverantwortliche an der milden Bestrafung an den Mörder. Jedes Mal wird er vor die Wahl gestellt: Vergibt er ihnen und schenkt ihnen das Leben oder lässt er sie getrieben von Wut und Hass einfach sterben…
Nachdem er schon den zweiten Teil inszeniert hat, darf Darren Lynn Bousman erneut auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Dabei inszenierte er einen mehr als würdigen Abschluss der Trilogie und präsentiert dem Publikum einen knallharten Horrorfilm der es ihn sich hat. Story und Screenplay stammen erneut von James Wan und Leigh Whannell. Die ja bekanntlich das „Saw“ Franchise ins Leben gerufen haben.
Um aus der Trilogie eine Runde Sache zu machen gibt es im Film allerlei Verweise auf die Vorgängerfilme. Endlich dürfen wir erfahren wie Jigsaw das versiffte Badezimmer präpariert hat in denen Dr. Gordon und Adam in Teil 1 den perfiden Spielen Jigsaws ausgesetzt waren. Oder auch wie Amanda für ihr Spiel vorbereitet wird. Auch gibt es ein Wiedersehen mit Eric Matthews, dem Cop aus Teil 2, und seinen Versuch aus seinem Gefängnis zu entkommen.
Wurde die Gewaltschraube im zweiten Anlauf schon nach oben gedreht, setzt „Saw 3“ in diesem Punkt noch einen drauf und dürfte somit den härtesten Teil der Trilogie darstellen. Die Fallen sind sadistischer denn je und die Opfer dürfen richtig leiden. So werden sie doch von Ketten zerrissen, eingefroren oder ihre Gliedmaßen so verdreht das sie zerbersten. Folterhorror at it best. Höhepunkt und härtester Part im Film ist jedoch die Operation an Jigsaw. In allen Einzelheiten wird gezeigt wie ihm die Schädeldecke entfernt wird. Die FSK muss schon beide Augen zudrücken um diese expliziten Szenen ohne Schnitte durch die Prüfung zu winken. Zum ersten Mal wurde in den „Saw“ Filmen auch der Nudity-Faktor berücksichtigt, was noch ein bisschen 80s Feeling aufkommen lässt.
Die Darstellerleistungen sind für eine solche Produktion mehr als solide. Tobin Bell und Shawnee Smith spielen souverän. Angus Macfadyen und Bahar Soomekh sind ebenfalls okay. Ein kurzes Spiel hat allerdings Dina Meyer, die allerdings schon im ersten Viertel ihr Leben lassen muss. Man sollte keine großen Schauspielerleistungen erwarten, aber wer so was sehen will wird sich sicher nicht einen solchen Film ansehen und wird bei einem Russel Crowe oder Tom Hanks Film eher fündig werden.
Und was wäre ein „Saw“ Filme ohne Twist am Ende? Ja, genau, nur ein halber „Saw“ Film. Auch so gibt es am Ende auch eine wirklich coole Überraschung. Der Twist bewegt sich zwar nicht in der Dimension vom Erstling, ist aber wie gesagt, schon ein ziemlicher Hammer. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht zu viel verraten.
Wie anfangs schon erwähnt bildet „Saw 3“ einen würdigen Abschluss der Trilogie. Besser als Teil 2, aber längst nicht so genial wie das Original. Brutal, Krank und durch und durch Sadistisch. Ein Fest für jeden Hartgesottenen Horrorfilmfan. Auch wenn James Wan, Leigh Whannell und Darren Lynn Bousman wohl für einen weiteren Teil nicht zur Verfügung stehen, hat Lionsgate schon einen weiteren Teil angekündigt. Also: Alle Jahre wieder heißt es auch nächstes Halloween wieder: 3,4 Jigsaw steht vor der Tür.