Review

"Saw 2" schloss mit dem todsterbenskranken Jigsaw (für mich sah er da schon sehr tot aus) und seiner Dienerin Amanda (das Drogenopfer, das Teil 1 überlebte) ab. Schon damals fragte ich mich, wie die Fortsetzung verlaufen könnte. Nun ist "Saw 3" endlich in unseren Lichtspielhäusern und man konnte das Endprodukt begutachten - "Saw 3" ist nicht so schlimm wie erwartet, aber auch nicht so gut wie er hätte werden können. Jigsaw ist natürlich nicht tot.

Die ersten zwanzig Minuten, bei denen es nur um fiese Fallen mit dazugehörigen, verdammt blutigen Tötungen geht (und rein gar nichts mit der Handlung zu tun haben, evtl. ein Indiz geben, dass die Opfer, egal wie sie agieren, keine Chance hatten), macht sich dann doch noch endlich so etwas wie Story bemerkbar.

Erzählt bekommt der Zuschauer zwei parallel laufende Handlungsstränge, die immer wieder mit Rückblenden zu den beiden Vorgängern (z.b. das Schicksal von Cop Eric Matthews aus Teil 2, oder wie Jigsaw das Badezimmer in Teil 1 vorbereitet hat) unterbrochen werden.

Jigsaw (Tobin Bell) ist mittlerweile im Endstadium seiner Krankheit angelangt, liegt im Sterbebett, aber er will noch ein letztes Mal ein Spiel spielen. Er beauftragt Amanda (Shawnee Smith) die junge Ärztin Lynn Denlon (Bahar Soomekh) zu entführen, um ihn am Leben zu erhalten. Damit der Weißkittel auch ja spurt, bekommt sie eine mit Sprengstoff versehene Halskrause verpasst, die, sobald Jigsaws Herz aussetzt, hochgeht und Lynn auf der Stelle tötet. Dieses Kammerspiel der dreien (wobei Amanda mal wieder peinlich ohne Ende ist) ist noch der starke Teil von "Saw 3".
Zur gleichen Zeit wacht Jeff (Angus Macfadyen, das unsympathische "Vater"-Gesicht aus Equilibrium) in einer Holzkiste auf, der sich durch die Lagerhalle schlagen und sich an Leuten rächen darf (oder Gnade walten lassen, bzw. sie retten), die verantwortlich an dem Tod seines Sohnes sind.

Große Pluspunkte kann Teil 3 wieder durch Hauptdarsteller Tobin Bell, durch den gewohnten "Saw"-Score, die dreckigen Locations und natürlich die Fallen einfahren. Diese fallen noch fieser aus und die Gewaltdarstellung ist deutlich brutaler als in den Vorgängern - die bis auf´s letzte Detail und stundenlang gefilmte "Hirnoperation" an Jigsaw liegt wirklich nahe an der Kotzgrenze. Die Abartigkeiten, die "Saw 3" ausmachen, kann man nun positiv oder negativ sehen, jenachdem wie abgehärtet man ist oder sagt, OK, ist eben nur ein Film.

Die vielen Rückblenden sind interessant, jedoch unterbrechen sie störend das Vorrantreiben der Handlung und einige davon hätten auch besser (oder erwartungsvoller) ausfallen können.

Negative Punkte gibt´s dagegen genauso viele:

Zum einen ist der zweite Handlungsstrang um den rachsüchtigen Vater dermaßen uninspirierend ausgefallen, dass da wirklich nur noch die Fallen und der Gore von Interesse sind. Der Charakter Jeff bleibt erschreckend flach, sein Handeln beschränkt sich auf betrippst vor der Falle zu stehen, was man manchmal sogar schon unter "begriffsstutzig" und "geistig behindert" abhaken könnte.Genaudasselbe zählt für die Menschen, denen Jeff "im Spiel" begegnet. Alles namen- und gesichtlose Opfer. Lediglich der Schluss fügt Jeff ins Gesamtbild ein und erklärt seine Existenzberechtigung, für im Film mitzuwirken.

Bei dem Kammerspiel des Trios nervt vorallem Fötzchen Amanda, die mir seit ihrer Wandlung in Teil 2 schon auf den Zeiger ging und hier ihren Höhepunkt der Lächerlichkeit ganz speziell im Schlussdrittel erreicht. Grausam...
Die Auflösung der ganzen Mär kann zwar ein "Ohhh" beim Zuschauer hervorrufen, was die Wendungen und Kettenreaktionen anbelangt, jedoch wirkt diesmal alles so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass es schon brummt. Für jede unlogische Handlung ( bzw. Aktion-Reaktion) aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.
Mit diesem Teil wird das Saw-Kapitel beendet und ich weiß nicht, wie weitere Teile aussehen sollten. Es sei denn man begibt sich auf die "Freitag der 13." oder "Halloween"-Schiene.

Unterm Strich gefiel mir "Saw 3" trotz der vielen Patzer und Ärgerlichkeiten besser als Teil 2. Es sind seit Teil 1 eh nur noch die Wendungen und die ausgefallenen Tötungsszenen, die die Fortsetzungen von "Saw 1" ausmachen. Und genau die werden dann auch am meisten in Erinnerung bleiben. Seien wir ehrlich, irgendwie berührt jeder "Saw"-Teil jemanden emotional, doch die Tendenz geht immer mehr und mehr über, dass lediglich Gorehounds einen abwixen können. Die Story und Logik rückt weiter in den Hintergrund.

Aber trotzdem, "Saw 3" ist ein Schmankerl, und selbst wenn Pauly Shore die Hauptrolle in dem vierten Teil spielen würde, würden wir alle in die Kinos reinlechzen für diesen Film zu schauen.

8/10

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