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Aus einer einzigen guten Idee wurden schon mehr als drei Filme gepresst, darum sollte man sich über „Saw 3“ vielleicht nicht ganz so stark echauffieren, wie es momentan gerade in Mode ist.
Fazit des dritten Films über den Jigsaw-Killer mit seinen tödlichen Fallen für moralisch zweifelhafte oder der Existenz gegenüber undankbaren Personen ist aber, dass Darren Lynn Bousman allmählich wirklich die Ideen ausgehen, wie man seine 100 Filmminuten denn möglichst anschaulich voll kriegen kann.

Von Selbstzweck war oftmals die Rede, Selbstzweck, der den Gewaltlevel inzwischen dominieren sollte und solche Tendenzen sind durchaus zu verzeichnen.
Das Schema ist nun einfach zu bekannt, als dass es sonst im Film noch wirkliche Überraschungen gäbe.
Wieder bringen der todkranke Killer Jigsaw und seine Handlangerin Amanda Personen in die ungemütliche Position, Todesfallen zu überstehen. Hier sind es eine Ärztin, die mittels Sprengstoffhalsband dazu verdonnert wird, den Mörder am Leben zu erhalten, während ein verzweifelter Vater, der mit dem scheinbar ungesühnten Unfalltod seines kleinen Sohnes hadert, durch ein Lagerhauslabyrinth stolpert, wo die Verantwortlichen für seine Misere kurz davor sind, auf brachiale Weise abzutreten. Helfen oder verrecken lassen, das ist hier die Frage…

Sobald die Fähnchen abgesteckt sind, weiß der informierte Zuschauer bald, wohin die Reise geht. Vom Ausgangsopfer als Appetizer über das scheinbar sinnfreie Abtreten einer weiteren Person aus Teil 2, läuft dann die Uhr in Schicksalsepisödchen gnadenlos runter – innovativ ist das aber keinesfalls mehr, da jeder Saw-Kenner inzwischen weiß, dass da am Ende noch ein dicker Plot-Twist wartet.

Und der kommt auch, sogar in doppelter Hinsicht, wie bestellt und rückt dann den Überraschungsfaktor einigermaßen in den grünen Bereich.
Interessanter wird der Restfilm aber sonst kaum.
Ein wenig mehr Tiefe erhält das alles dadurch, dass Bousman endlich die letzten losen Fäden aus den ersten beiden Filmen auflöst (schließlich war noch das jeweilige Schicksal der letzten Opfer zu klären) und dass der Plot ein wenig mehr auf die Beziehung zwischen Jigsaw und Amanda eingeht.

Die aktuellen Opfer gehören allerdings weniger in die Anteilnahmekategorie.
Der gebeutelte Jeff ist dermaßen zwiespältig und streckenweise unsympathisch gezeichnet, dass sein finales Verhalten kaum überraschend wirkt und die Ärztin Lynn dient eigentlich nur als Ausrede, eine möglichst detaillierte Schädel-OP ins rechte Licht zu setzen.
Hier wird der Selbstzweck streckenweise wirklich zur Methode, wenn man der Aufbohrung des Schädels in Großaufnahme teilhaftig wird – und narrativ so überflüssig wie ein Kropf.

Wie gesagt gönnt man den Zuschauer ein 15minütiges Finale, das immer wieder durch neue Überraschungen getoppt wird, was aber wieder nur in eine Überleitung in Richtung vierter Teil mündet.
Immerhin sind gegen Ende hin die meisten Figuren tot, der oder die Überlebende wird sich einem neuen Spiel stellen müssen und sonst bleiben nur die offenen Fragen, was die Parkrückblenden aus Jigsaws Vergangenheit zu bedeuten haben und was in seinem Brief an Amanda stand, alles andere ist endgültig abgearbeitet.

„Saw 3“ ist ein Mahnmal an den Vollständigkeitsglauben, kann aber ohne Vorkenntnis der ersten beiden Filme nur bedingt genossen werden. So taugt er eigentlich nur für Hardcorefans und sonst für den Einmalverzehr, wobei man nach dem Ausscheiden so vieler bekannter Charaktere davon ausgehen kann, das das Niveau weiter sinkt.
Für Komplettisten. 6/10

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