Ein drittes Mal ist Tobin Bell in der Rolle des todkranken Jigsaw-Killers zu sehen, der mit seiner Nachfolgerin, gespielt von Shawnee Smith, die nun auch schon einige Menschen auf dem Gewissen hat, ein neues Spiel spielen will. Während sie einem Vater die Chance geben, sich an den Beteiligten an dem Tod seines Sohnes zu rächen, zwingen sie eine Ärztin, eine Operation am Gehirn des krebskranken Killers vorzunehmen.
"Saw" avancierte mit einigen gelungenen Grundideen, einer enorm düsteren Atmosphäre und einigen genialen Plot-Twists zu Recht zum Kultfilm und auch "Saw II" war, wenn auch nicht in diesem Maße, immer noch ein überdurchschnittlicher Horrorfilm. Aber obwohl der zweite Teil den ersten nicht erreichen konnte, wurde der Regisseur des zweiten Teils, Darren Lynn Bousman, für den dritten Teil beibehalten mit dem absehbaren Resultat, das es sich bei "Saw III" nun um einen mittelmäßigen, belanglosen und nicht allzu innovativen Horror-Thriller handelt, der den bisherigen Tiefpunkt der Reihe darstellt und lediglich ein Aufguss der Vorgänger ist.
Im Endeffekt scheitert der Film dabei an seiner Story. Neue Aspekte kann Bousman weder der Grundidee um die sadistischen Spiele, in denen sich die Beteiligten behaupten müssen, wenn sie denn überleben wollen, noch dem Jigsaw-Killer oder seiner Schülerin hinzufügen und die Grundidee dieses Teils unterscheidet sich im Grunde kaum von denen der Vorgänger. Die Handlung im Mittelteil ist mehr oder minder kalkulierbar, zumal das Geschehen zwangsläufig darauf hinauslaufen muss, dass möglichst viele Opfer in kürzester Zeit einen möglichst qualvollen Tod sterben. Nachdem die Innovationen also am Anfang und im Mittelteil enorm rar gesät sind, versucht Bousman in den letzten Szenen sehr krampfhaft, doch noch einen finalen, überraschenden Plot-Twist einzubauen, um so qualitativ doch noch zumindest an den zweiten Teil heranzukommen, aber die Wendungen wirken eher deplatziert und das finale Psychospiel zu überkonstruiert, als das es wirklich zünden könnte.
Kompensiert werden die Story-Schwächen zumindest teilweise durch das enorm hoch gehaltene Erzähltempo, das die Spannung stets relativ hoch hält und kaum Längen aufkommen lässt. Verschnaufpausen gibt es keine, der düstere, schnelle und spannende Score ist praktisch permanent zu hören, eine Ekel-Szene jagt die nächste, schnelle, teilweise mit Handkamera inszenierte Aufnahmen folgen rasant aufeinander und so wird der Adrenalin-Spiegel durchgehend hoch genug gehalten, dass der Unterhaltungswert durchaus ordentlich ist. Die Splatter-Szenen sind dabei wesentlich heftiger und ekelhafter als bei den Vorgängern und überschreiten die Grenzen des guten Geschmacks stellenweise durchaus, wobei sie damit natürlich perfekt in diesen brutalen, dreckigen und abgrundtief düsteren Horrorfilm passen, der diese Atmosphäre ebenfalls über weite Strecken aufrechtzuerhalten vermag. Der Spannungsbogen der Vorgänger wird dennoch nicht erreicht, da das Finale, wie erwähnt, nicht zündet.
Darstellerisch gibt es nicht sonderlich viel auszusetzen, so ist Tobin Bell allein schon wegen seines düsteren Charismas, das er sich im Laufe der Jigsaw-Rolle vor allem natürlich im zweiten Teil angeeignet hat, sehr gut besetzt, überzeugt aber auch als Darsteller in der Rolle des todkranken Jigsaw auf ganzer Linie. Shawnee Smith ist als ebenfalls sehr sadistisch veranlagte Schülerin zwar nicht schlecht, hat aber einfach nicht die abgrundtief düstere Ausstrahlung, das fast schon diabolische Charisma ihres Kollegen. Angus Mcfadyen spielt die Rolle des Vaters, der sich nun für den Tod seines Sohnes rächen könnte, solide, während sich Bahar Soomekh als Ärztin, die den Jigsaw am Gehirn operieren soll, sehr gut verkauft und ihre Angst- und Nervositätszustande stimmig auf die Leinwand bringt.
Fazit:
Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, die Splatter-Szenen sind noch brutaler und ekelhafter als beim Vorgänger und die Atmosphäre ist erneut düster, dreckig und gespannt. Allerdings ist "Saw III" dennoch schlechter als seine Vorgänger, da der Plot keine Innovationen aufweist und die finalen Wendungen viel zu überkonstruiert sind, um zünden zu können.
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