Weiter geht es mit dem Treiben von Jigsaw, der seine Spielchen mit Leuten treibt, über die er meint richten zu müssen. Diesmal trifft es überwiegend den trauernden Familienvater Jeff, der den Tod seines Sohnes nicht überwindet und in seiner Trauer gefangen scheint. Deswegen schickt ihn der im Sterben liegende Jigsaw nun durch die Hölle. Ist Jeff ja selber auch schuld, soll er sich halt nicht so anstellen. Deswegen trifft er jetzt in einem verflixten Parcours auf diverse Personen, die mit dem Schicksal seines Sohnes etwas zu tun hatten und Laberkopp Jigsaw lässt sich von der unfreiwillig angeheuerten Krankenschwester Lynn verarzten, während seine Assistentin Amanda am Rad dreht.
Rache oder Vergebung, das ist hier die Frage und diese zieht sich durch die gesamte zweite Fortsetzung der „Saw“-Reihe. Dabei orientiert sich der wieder von Darren Lynn Bousman inszenierte Streifen am Vorgänger. Und das heißt nichts Gutes, denn wieder wird man mit schnellen Schnitten, wackeligem Bild, Blitzen, Spielereien an der Bildfrequenz und allerlei Toneffekten bombardiert. Ein unglaublich nerviger Stil, ist aber wohl die gewollte Form. Jigsaws Geschwafel macht es nicht besser, mehr in den Fokus rückt hier aber auch seine derangierte Mitarbeiterin Amanda. Leute bedrohen und dumm gucken kann sie ziemlich gut, Letzteres vermag Laborratte Jeff allerdings auch, wenn er wiederholt den gleichen Ablauf durchmacht. Der trauernde Vater wird in einer wieder unglaublich gezimmerten Route mit seinen Rachegelüsten konfrontiert, doch wirkt dieser Part des Films recht lustlos. Man erwartet Foltervorrichtungen und Gore, bekommt man auch. Dazu noch Rückblenden, die Komplexität vorgaukeln und das Ganze als Teil von etwas bisher ungeahnt Größerem zeigen wollen. Fußt nur leider alles auf der beknackten Ausgangsidee und natürlich gibt es wieder einen bis fünf Twists am Ende, die einem auch lang und breit erklärt werden. Damit auch in der letzten Reihe die intendierte Überraschung verstanden wird.
Wenn auch sonst nichts, dann ist das und manch anderes hier wenigstens erheiternd. Wenn sich „Saw III“ einbildet, dass er Dramatik erzeugt und mich emotional in das Schicksal der Figuren involviert, dann ist das schon harte Komödie. Wie auch das Verhalten diverser Leute, das Geplärre oder wie Jeff seine Frau links liegen lässt. Nichts gegen eine dramatische Rachegeschichte, aber das hier ist einfach nur plump, ohne Gespür für Tempo, ohne inszenatorisches Geschick, die Vorrichtungen sind erstaunlich öde designt, die Figuren sind drüber. Logistisch sollte man das Ganze auch nicht hinterfragen, was Kramer und seine Azubine in der Reihe an Immobilien und Ausstattung aus dem Hut zaubern. Natürlich kann man gerade in diesem Genre nahezu jeden Film kaputt denken, aber dieser hier macht es einem einfach viel zu leicht.
„Nobody changes.“
Es bleibt bei den im Vorgänger etablierten bzw. weiter ausgebauten Zutaten. Der Schurke sabbelt rum, audiovisuell ist es anstrengend, inhaltlich so geschickt konstruiert wie ein geplatzter Luftballon. Trotz ein paar okayer Effekte ist „Saw III“ kein ansatzweise befriedigendes Werk, es bleibt nur Geschwafel in einer fade und wirr zusammengeschnittenen Geschichte zwischen allen Beteiligten.
Hochgradig albern, Prädikat Nervensäge.