Prestige ist wieder einer dieser Filme, die am meisten Spass machen, wenn man vorher nicht all zu viel von der Story weiss. Deshalb möchte ich nur so viel verraten...
Es geht um zwei rivalisierende Magier (Hugh Jackmann und Christian Bale), die sich mit immer spektakuläreren Tricks gegenseitig übertrumpfen wollen. Der Konkurrenzdruck ist dabei so groß, dass letztlich der eine des Mordes an dem anderen angeklagt wird (hier setzt der Film übrigens ein).
Der im viktorianischen London angesiedelte Streifen ist von der Ausstattung her eine wahre Pracht. Hinzu kommen gute darstellerische Leistungen. Die Geister werden sich vermutlich allein an dem Inhalt scheiden.
In einer kompliziert verschachtelten Rückblendentechnik bekommen wir die Lebensgeschichte beider Magier präsentiert. Anfangs hat man ein wenig Mühe, den roten Faden ausfindig zu machen (wer auf`s Klo muss, hat schon verloren !). Der Film gibt aber schließlich nach und nach den Blick frei auf ein Geflecht aus Liebe, Verrat, Ruhm, Mord und Besessenheit, das die Figuren verbindet und antreibt. Ähnlich einem Zaubertrick legt Regisseur Christopher Nolan (Memento) falsche Fährten aus und versucht den Zuschauer so lange wie möglich den eigentlichen Ablauf der Geschehnisse vorzuenthalten.
Dabei geht es weder so richtig spannend, noch romantisch, lustig oder actionreich zu. Kinogänger, die die Filme allein nach dem Schubladensystem (Actionfilm, romantische Komödie, etc)auswählen, werden sicherlich enttäuscht sein. Für Prestige entscheidet man sich richtig, wenn man Spass an überraschenden Drehbuchwendungen hat bzw. daran, diese schon im Vorfeld zu erkennen. Da alles ständig in Frage gestellt werden muss, hält sich das "Mitfiebern" mit den Figuren in Grenzen. Vielmehr bleibt man aus Interesse an den Antworten auf die während des Films gesammelten Fragen bei der Stange.
Die Qualität der Schlusspointe ist sicherlich auch entscheidend für die Beurteilung des gesamten Films. Leider kann ich sie hier nicht ausführlich mit euch diskutieren. Ein Filmfan sollte das Ende eines Films genauso wenig verraten, wie ein Magier seine Zaubertricks. Nur soviel: Da die Auflösung aus mehreren Teilen besteht bzw. auf mehreren Ebenen stattfindet, ist es nicht all zu schlimm, wenn nicht alles den eigenen Erwartungen entspricht.
Fazit :
Nicht perfekt, aber mal was anderes als diese hirnlosen Trickspektakel. 7/10 Punkte