Review

Vorneweg gesagt, ich bin kein Freund oder Fan der Welle der so genannten Mindfuck-Filme, die in diesem Jahrtausend immer populärer werden. Warum so undurchsichtig wie möglich wenns auch anders besser geht?

Man kann nicht sagen, dass 'Prestige' ein schlechter Film ist. Aber, wie gesagt, man muss mit solchen Filmen etwas anfangen können um die Vorzüge (die mir verborgen sind) zu erkennen. Und gerade dieses Exempel wartet mit einer Story auf, die nicht weniger interessant, gesellschaftsnah oder dramatisch sein könnte. Zwei Magier (Hugh Jackman und Christian Bale) im trüben USA des 19. Jahrhunderts, die aufgrund eines Unfalls zu Rivalen werden und jeweils für sich den Meistertitel anstreben. Und daraus konnte Christopher Nolan einen Film mit Überlänge machen - fragt mich nicht wie.

So geht es den Großteil der Laufzeit auch eigentlich nur darum, hinter das Geheimnis eines besonderen Tricks des Gegners (in diesem Falle Christian Bale) zu kommen. Und das hört sich hier genauso unspannend an wie es inszeniert ist.
Dies liegt nicht zuletzt an der dauerhaft düsteren Bildkomposition, einer absolut einschläfernden Filmmusik und einer Menge belanglosem Geschwafel, das nicht halb so anspruchsvoll rüberkommt, wie es eigentlich sollte.
Gut, am Ende bauen die Nolans einige durchaus überraschende Twists ein, die aber teilweise auch nur haarscharf an der Grenze stehen, konstruiert oder gar für den aufmerksamen Zuschauer vorhersehbar (Doppelgänger) zu wirken. Vorausgesetzt, man ist nicht schon vorher weggenickt, denn die ersten 100 Minuten wirken da besser als so manche Schlaftherapie.

Diesen belanglosen Sumpf aus Lethargie und mehr oder weniger einfachen Zaubertricks können auch beiden zentralen Schauspieler, Hugh Jackman und Christian Bale, nicht retten, auch wenn sie sichtlich bemüht sind, etwas Drive hineinzubringen was aber nicht recht gelingen mag.
Zudem muss gesagt werden, dass Scarlett Johannson's Rolle als Mannequin auf der Bühne absolut verschenkt ist. Michael Caine wirkt mit seiner lahmen Spielweise eher wie ein Hypnotiseur und David Bowie als wirrer Wissenschaftler kommt in seiner verfreakten Umgebung reichlich albern rüber.
So hangelt sich der Film leider von einer Enttäuschung zur anderen.

So bleibt 'Prestige' trotz einigen wenigen Lichtblicken wie der opulenten Ausstattung und zweier ordentlicher Hauptdarsteller doch mehr ein Mittel gegen Schlaflosigkeit. Schade, Nolan kann eigentlich mehr. Doch in diesem Machwerk stimmt nicht viel. Gute Nacht.

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