Review

Teil 5: Prestige (2007)

Thema: Magie

Die Magie ist also das nächste große Thema für Christopher Nolan. Und hierfür hat er gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan auf Grundlage eines Romans von Christopher Priest einen Film aufgezogen, der sich am besten wie ein Bühnenstück eines Illusionisten beschreiben lässt – oder wie es Michael Caines Cuttler in den 3 Akten „Pledge, Turn and Prestige“ eines Tricks beschreibt.
Neben Michael Caine kommt hier auch nach „Batman Begins“ der gute Christian Bale zurück für einen wahrhaft magischen Film.

Wir befinden uns in London kurz vor dem 20 Jahrhundert. Die befreundeten Illusionisten Robert Angiers und Alfred Borden arbeiten als Assistenten eines Illusionisten und geben selbst kleinere Vorstellungen. Als es zu einem Unfall kommt, werden beide erbitterte Rivalen, die sich laufend darin überbieten wollen, wer den Trick „Der transportierte Mann“ zur Perfektion ausübt. Die Obsession beider Männer geht soweit, dass beide dafür einen hohen Preis zahlen müssen.

Die intellektuell stimulierende und nonlinear und verschachtelt aufgebaute Narration eines Nolan ist auch hier wieder voll zur Geltung gekommen und der wahre Magier dieses Bühnenstücks ist Christopher Nolan und sein Bruder Jonathan Nolan, die den verschlüsselten Code der Magier zur Perfektion als Drehbuch aufgebaut haben. Wir sind die immer fragenden Zuschauer – Was ist da jetzt passiert ? Wie funktioniert dieser Trick ? Wo ist denn dies oder das hergekommen ? Das Verschwinden und Wiederherstellen von kleinsten Dingen oder auch Personen wird hier im kleinsten bis zum übermenschlich großen Rahmen dargestellt, die im Gesamtbild eine aufeinander aufbauende Metapher darstellen. Den Nolans gelingt es in Drehbüchern immer echte Konsequenzen und Konflikte aufzubauen und im Laufe der Handlung zu mehreren Wendepunkten der Akte, als auch innerhalb der Akte kommen zu lassen, die die Spannungsschraube des Films immer weiter drehen. In diesem Film bekommen wir dann auch zum letzten Mal innerhalb der Nolan-Filmografie die dezente, aber sehr spannende Musik eines David Julyan spendiert. Sie passt perfekt zur großen Bühnenshow „Der große Nolan“, deren größter Ankerpunkt auch noch die beiden Hauptdarsteller sind. Christian Bale und Hugh Jackman sind weder gut noch böse. Man entwickelt mit beiden Charakteren eine gewisse Sympathie, aber auch eine gewisse Antipathie. Gepaart mit einem großen Kniff des Films ist die Darstellung von Beiden ein extremer Hochgenuss und auch wie ihre Charaktere letztendlich geschrieben worden sind. Ein großer Pluspunkt hierfür sind auch die großartigen Nebendarsteller wie Michael Caine, Rebecca Hall, Scarlett Johansson sowie Andy Serkis und David Bowie. Der Film ist eine Liebeserklärung an die Bühnenshows großer Magier und lässt auch klar den amerikanisch-britischen Krieg um die Erschaffung von Elektrizität hervorblitzen.

Man muss bei diesem Bühenstück auch wirklich genau hinsehen, doch auch dann wird man stets verblüfft - „Prestige“ ist spannend, gut gespielt, dramatisch und intelligent.

„Prestige“ - Multiple Look – 10/10 Punkte.

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