HAMMER HOUSE OF HORROR
Die Hammer Studios aus England prägten mitunter ein ganzes Genre und man kann sie heute wohl als die Macher DER klassischen Horrorfilme überhaupt bezeichnen. In den 50 - 70er Jahre überdeckten sie mit ihrem Gothic - Horrorfilmen fast jede Sparte der gängigen Horrorfiguren, -Monster und bedienten sich auch an mystischen Elementen. Begonnen hatte die kultige Filmfirma aber mit einer etwas eigenwilligen Adaption des Robin Hood Stoffes. 1954 entstand also „The Men of Sherwood Forest", und im Laufe der Jahre etablierte sich die Filmschmiede mit unzähligen Dracula, Vampir, Frankenstein und Mumienverfilmungen. Hammer zeichnete sich immer dadurch aus, klassische und künstliche Locations zu nutzen. Ihre Geschichten spielten überwiegend im 19. Jahrhundert. Insgesamt scheute sich die Hammerschmiede nie davor fernab von jeglichen Hollywoodklischees zu arbeiten, was ihnen aber letztendlich Ende der 70er Jahre das Genick brechen sollte, da sich die Sehgewohnheiten der Zuschauer immer mehr in Richtung Hollywood lenkten. So brach mit dem Film „Die Braut des Satans" 1976, das Ende einer Ära an. Hammer - Studios musste Insolvenz anmelden, bis man mit der TV - Serie „Hammer House of Horror" 1980 ein Comeback feiern wollte. Der Erfolg der 13 - teiligen Serie blieb aus, nicht desto trotz gilt dieser letzte Abschnitt der Hammerstudios unter Fans als legendär.
01. Die Hexe von Woodstockfarm
David Winter, ein Drehbuchautor, findet nach einem starken Gewitter eine merkwürdige Rothaarige in seiner Farm, die sich selbst Lucinda nennt und behauptet 1627 als Hexe auf der Flucht gewesen zu sein. David findet das selbstverständlich suspekt, sperrt sie ein und informiert einen Freund. Als der Freund schliesslich nach der vermeintlichen Hexe schauen soll, ist diese verschwunden. Der Freund und seine besorgte Frau vermuten er würde Halluzinieren und verrückt werden, nachdem aber Blut anstatt Wasser in die Badewanne läuft, Figuren umfallen und das Haus von alleine durchwüstet wird fängt die Frau an ihrem Mann zu glauben. Doch es scheint, als hätte die Hexe Macht über David und zwingt ihn seine Frau auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, da sie eine Schlampe sei.
Fazit:
Hammer House of Horror erzählt mit seiner ersten Episode eine solide Geister, Voodoo und Hexengeschichte, die mit guten Darstellern, stimmigen Locations, ein wenig Gore und hervorragendem Score aufglänzen kann. Keine Überleistung aber durchweg mit 51 Min. unterhaltend. (7.25 / 10)
02. Die Dinnerparty
Die Reporterin Rose arbeitet an einem Bericht über eine Diätgruppe. Um besser darüber berichten zu können, schliesst sie sich der Gruppe an und lernt dort Ben kennen, mit dem sie abends noch zu abend esst. Tags darauf ist Ben tot. Bei einem Autounfall fiel er in Wahnvorstellungen und setzte sein Auto gegen einen Baum. Andrew, der Bestatter, kontaktiert Rose und berichtet ihr von seltsamen Verschwinden korpulenter Leichen. Rose und Andrew wollen der Sache auf den Grund gehen.
Fazit:
Spätestens, nachdem man weiss, dass korpulente Leichen verschwinden, sollte man aufgrund des Episodentitels wissen, welcher Zweck diese Leichen haben. Dadurch nimmt sich der Titel viel Potenzial, weil die Spannung enorm geschwächt wird. Insgesamt eine befriedigende Folge. Kurzweilig, mit guter Musik und guten Schauspielern, leider von Anfang an vorhersehbar.
(6 / 10)
03. Alptraum ohne Erwachen
Norman, ein Immobilienmakler erhält irgendwann den Auftrag ein Haus zu verkaufen. Jedoch treibt seine Besichtigung ihn in den Wahnsinn und muss feststellen, dies nur geträumt zu haben. Die Tage darauf wird er von immer mehr Alpträumen geplagt, in denen er immer gesagt bekommt, er hätte seine Frau besser nicht getötet. Glaubt er Tag zu Tag wieder in der Realität zu sein, muss er feststellen, dass es nur ein Traum war, bis er...
Fazit:
Absolute grossartige Episode, die so einiges an Spannung hergibt. Der Film verwirrt den Protagonisten und den Zuschauer zu gleich. Ist es nur ein Traum oder doch blanke Realität. Wann ist es ein Traum, wann Realität. Eine Episode die vollends begeistert, verwirrt und gut erzählt wurde. (8 / 10)
04. Die Rache der Ungeliebten
Terence Morton, ein Botanikwissenschaftler arbeitet an neuen Nahrungsquellen für die dritte Welt. Sein vernachlässigter Sohn William kommt eines Tages mit den Chemikalien des Vaters in Berührung und stirbt. Die Familie adoptiert einen Jungen, der ein Spielzeug Williams zu sein scheint.
Fazit:
Eine recht spannungsarme Episode mit viel Übernatürlichem Racheakten aus dem Jenseits. Eher schwache Episode. (6 / 10)
05. Das Haus des Grauens (The House that bled to death)
William und Emma ziehen mit ihrer Tochter Sophie in ein neues Haus, in dem vor langer Zeit ein Familienmord geschah. Seither geschehen unheilvolle Dinge, bis zum blutigen Finale auf der Geburtstagsparty.
Fazit:
Gute Story mit abermals viel Übernatürlichem, viel Gore und einem guten Twist am Ende. Sehenswerte Episode. (7,5 / 10)
06. Charlie Boy
Graham erbt eine Kunstsammlung seines verstorbenen Onkels. Darunter befindet sich auch eine Voodoopuppe namens Charlie Boy. Zuerst probiert man das Teil unter Interesse und Spass aus, doch aus dem Spass ensteht bald bitterer Ernst.
Fazit:
Durchweg interessante Story um ein altbekanntes Thema, dass auch hier eher durschnittlich präsentiert wird. (5,75 / 10)
07. Die Experimente des Mr.Blueck
Chuck Spillers wird aus dem Gefängnis entlassen. Wegen der Hilfe von Mr.Blueck, besucht Chuck seinen Tierladen und bekommt dort einen Job. Was er jedoch nicht weiss, ist das er sich perfekt für die sadistischen Tests von Mr.Blueck eignet. Seine Freiheit ist abermals verloren...
Fazit:
Grossartige Episode die, storytechnisch sehr viel hergibt. Ein Zusammenspiel mit der Freiheit, Vertrauen, Instinkten und dem Gewissen. (8,5 / 10)
08. Kinder des Vollmonds
Tom und Sarah haben einen Unfall im Wald. Sie verbringen die Nacht in einer abgelegenen Villa der Familie Ardoy. Bald müssen sie aber feststellen, dass diese Familie seltsame Sitten pflegt und die 8 Kinder scheinen sehr merkwürdig...
Fazit:
Aufgrund des Titels, weiss man eigentlich schon mit was für einer Thematik diese Episode spielt, trotzdem überzeugt diese Episode mit Abwechslung, guten Kulissen, geheimnisvollen Kindern und Hammertypisch mit trashiger Monsterthematik.
(7,5 / 10)
09. Das Vermächtnis des Falkners
Cliff untersucht Mordfälle, in denen immer das Herz entfernt wurde. Eine alte Gräfin erzählt eine ähnliche, 300 Jahre alte Geschichte und bald entsteht ein Verdacht...
Fazit:
Eine Episode, mit viel Potenzial, zumindest was Gore betrifft, auf der anderen Seite eine Episode die als durchschnittlicher Thriller daherkommt. (5,5/10)
10. Der Wächter des Höllenschlundes
Laura ersteigert auf einer Aktion einen seltsamen Spiegel, der scheinbar von einer bösen Macht geführt wird und sehr gefragt sein soll.
Fazit:
Bisher schwächste Episode, mit etwas peinlicher Story. Sorry, aber so was trifft nicht meinen Geschmack. Anderen wird diese Episode vielleicht gefallen. (4,75/10)
11. Besucher aus dem Jenseits
Penny wird eines Nachts in ihrer Waldhütte überrascht. Panisch tötet sie den Mann, der scheinbar Geldforderungen von ihrem Mann hatte. Sie beseitigen die Leiche, doch es scheint, als würde er aus dem Jenseits Rache üben.
Fazit:
Der Plot reisst zwar keinen mehr vom Hocker, denn allseits bekannt, aber die Inszenierung ist solide atmosphärisch und kann mit einem gelungenen Plottwist aufwarten. Die Aus - dem - Jenseits Szenen sorgen für charmanten Grusel und auch inszenatorisch brauch sich diese kurzweilige Episode nicht zu verstecken. (7,5/10)
12. Die zwei Gesichter des Bösen
Janet, Martin und ihr Sohn sind auf dem Weg in den Urlaub, als ein stummer Anhalter mit gelbem Regenponcho den Vater mit einem spitzen Fingernagel attackiert. Im Krankenhaus fehlt jedoch jede Spur des Anhalters und ihr Mann kann nach der Op nicht mehr sprechen. Und auch sonst hat er sich irgendwie verändert...
Fazit:
Gruselig solide Episode, die mit seinen mystischen Doppelgängermotiven, der von der anderen Person Besitz ergreift, sehr viel Flair verbreitet und mit Janet eine hochsymphatischen Darsteller bereit hält. (7,5/10)
13. Die Handlanger des Satans
Edwyn wird in die Leichenhalle versetzt, wo er mit einem Toten konfrontiert wird, der sich mit einem Bohrer von dem Bösen ihn ihm befreien wollte. Im Laufe der Zeit ist Edwyn von der Annahme überzeugt, das Satan jetzt von ihm Besitz ergreifen möchte.
Fazit:
Diese Episode ist wohl mitunter die härteste der Serie. Nicht nur goremäßig sondern in ihrer ganzen Inszenierung sehr sehr stimmig, für Hammerverhältnisse und für eine TV - Produktion sicherlich mitreissend hart. Eine gelungene Episode rund um Exorzismus, religiöser Symbolik und satanischen Ritualen. (8/10)
ENDFAZIT:
Am Ende bleibt wohl nur eines zu sagen. Hammer House of Horror ist in vielen Belangen eine wundersame und unterhaltsame, wie auch kurzweilige Genugtuung für den klassisch tendierten Horrorfan. Zwar lässt die Serie gänzliche Merkmale und den Charme der früheren Gothicanwärter vermissen, die sich gehaltvoll in verträumten, künstlichen Kulissen abspielten, dennoch ist Hammer House of Horrro extrem stimmig. Mit Alptraum ohne Erwachen, Die Handlanger des Satans, Die Experimente des Mr. Blueck und vielleicht noch mit The House that bleed to death, lassen sich in dieser TV - Serie wahrlich exzellent inszenierte Episoden finden, die wohl in ihrer Bedeutsamkeit seine Anhänger und Liebhaber finden wird. Klar, die TV - Serie ist altersmäßig extrem angestaubt, die Optik immer solide, experimentiert wird hier selten und einige Episoden nagen schon an ihrer leicht trashigen Thematik, die aus heutiger Sicht einfach bloss lächerlich wirkt. (Die Hexe von Woodstock - Farm, Kinder des Vollmonds, Der Wächter des Höllenschlundes ) Und bei sovielen Spektren an Horrorthematik, so ist es leider, da fehlt es auch nicht an gelegentlichen Patzern, wo Inszenierung und Thematik etwas unbedarft und pseudogruselig wirken. Klar, Innovation schlägt diese ganze TV - Serie ohnehin nicht ein, aber über gelegentlichen Religionsmumpitz, Rachegeschichten aus dem Jenseits, Werwölfe und Hexen kann man aus heutiger Sicht einfach bloss herrlich schmunzeln. Trotzallem ist bei dieser Serie für jeden was dabei. Mehr oder weniger, denn der Hammerfan wird den Charme früherer Produktionen vermissen. Eine erwachsene Serie, die sich äußerst freizügig und auch stellenweise sehr blutig tut.
Alles in allem : 6,9 / 10