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Danny steckt mitten in der schwierigen Phase männlicher Heranwachsender. Von den Eltern nicht verstanden, von der Schule gelangweilt und verzweifelt auf der Suche nach amourösen Abenteurern. Letztere scheinen sich bald zu erfüllen, als er es endlich schafft, seine Traumfrau Joanna zu einem Date zu überreden. Im hormonellen Eifer des Gefechts erzählt er ihr allerdings, er würde sie dazu mit seinem schicken neuen Jaguar abholen. Dumm nur, dass er kurz zuvor lediglich die altehrwürdige Karosse des Vaters geschenkt bekommen hat, die er daraufhin beim schmierigen Autohändler Gordon versetzt. Es kommt, wie es kommen muss: Danny wird mit einem schrottreifen Modell der gewünschten Kultmarke nach Strich und Faden übers Ohr gehauen. Doch so einfach lässt sich der verärgerte Teenager nicht unterkriegen.

Die aberwitzigen Verwicklungen, die der fatale Autokauf nach sich zieht, gipfeln in ihren besten Momenten in Situationskomik, deren humoristischer Stil von grotesk bis albern reicht, aber dankbarerweise nie in Zoten, Furzwitzen oder ähnlichen Geschmacklosigkeiten ausartet. Ein weiterer Pluspunkt ist das gut ausgearbeitete Drehbuch, das nach einigen kleinen Hängern in Hälfte eins zum zweiten Abschnitt hin noch einmal deutlich an Tempo zulegen kann, indem die Folgen des dreisten Autobetrugs und die verhinderte Romanze zwischen Danny und Joanna auf durchaus clevere Weise dramaturgisch miteinander in Verbindung gebracht werden. Der Clou ist hier die Interaktion von Haupt- und Nebencharakteren untereinander, die aus vollkommen unterschiedlichen Gründen und Motivationen aufeinandertreffen und so für ein vergnügliches Chaos sorgen.

Eine gewisse Heiterkeit versprühen auch die Figuren selbst, die mit ihren Eigenarten einige Lacher für sich verbuchen können. Angefangen bei Dannys schrulligen Eltern, die man sofort ins Herz schließt über Joannas cholerischen Vater, dem das Liebesleben seiner Tochter natürlich überhaupt nicht zusagt, bis hin zum glattgegelten und anzugtragenden Autohändler Gordon, der von Steve Bisley („Mad Max“) so herrlich arrogant und flegelhaft dargestellt wird, dass es eine wahre Freude ist. In der deutschen Sprachfassung wird dieser übrigens von keinem geringeren als Tommy „Alf“ Piper nachgesprochen, was ähnlich wie bei den berühmten Rainer-Brandt-Synchronisationen so manchen Dialog deutlich witziger wirken lässt als das Original.

Summa sumarum ist „The Big Steal“ als Komödie im Zeichen der ausgehenden Achtziger Jahre bisweilen etwas platt und klamottig geraten, aber im Gegenzug mit genügend eigenwilligem Charme ausgestattet und vor allem gegen Ende so überdreht, dass man ihm seine Mankos nicht wirklich übel nehmen kann. Somit ist der in seiner Heimat Australien sehr beliebte und vielfach ausgezeichnete Spaß als Gute-Laune-Film für zwischendurch allemal zu empfehlen.

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