Die Lehrerin Cate Blanchett beginnt ein Verhältnis mit einem 15-jährigem Schüler. Die einsame Geschichtslehrerin Judi Dench erfährt dies schließlich, meldet es aber nicht und wird für Blanchett sogar eine gute Freundin. Mit der Zeit kommt sie Blanchett immer näher und erpresst sie, ihr eine gute Freundin zu sein, weil sie das Verhältnis, das Blanchett nicht beenden konnte sonst meldet. Um sich zu rächen, da Blanchett ihren Behinderten Sohn vorzieht, erzählt sie doch von dem Verhältnis mit dem Effekt, dass beide entlassen werden und Blanchett darüber hinaus ihr Haus verlassen muss. Am Ende ist Judi Dench wieder einsam, da Blanchett, die am Ende doch wieder mit ihrem Mann zusammenkommt, erfahren hat, dass sie die Affäre preisgegeben hat.
Die Story ist gut und glaubwürdig. Die Wendung, dass Dench die Affäre preisgibt ist zwar absehbar, kommt aber genau zum richtigen Zeitpunkt und schafft es, noch einmal Spannung zu erzeugen. Die Wendungen am Ende sind zum Teil etwas ungeschickt und bremsen den Film ein wenig aus. Die letzte Szene, in der sich Judi Dench eine neue Freundin, bzw. ein neues Opfer, sucht, beendet den Film hervorragend und regt den Zuschauer noch einmal zum Nachdenken an.
Der Charakter Judi Dench ist hervorragend. Eine typische verbitterte "Alte Schachtel", die mit aller Macht zwischenmenschliche Kontakte sucht und sich dabei sehr ungeschickt verhält. Vor alle die Tagebucheinträge, die sie vornimmt vertiefen den Charakter zusätzlich. Am Anfang wird sie sogar sarkastisch betrachtet.
Über Cate Blanchett erfährt man nicht so viel, dennoch ist sie ausreichend konstruiert. Sie ist eine gute Mutter für ihre pubertierende Tochter und für ihren behinderten Sohn und eine gute Ehefrau. Eigentlich will sie gar nicht fremdgehen, was sie schließlich aber dennoch tut, da sie fasziniert davon ist, wie der Schüler versucht an sie heranzukommen.
Das Tagebuch, dass bereits im Titel erwähnt wird ist gut und verschafft dem Film eine große Tiefe und macht ihn zu etwas Außergewöhnlichem, weswegen jede der Oscar-Nominierungen gerechtfertigt ist.
Der Film erspart einem zum Glück die nervigen "Gut-Böse-Klischees", so kann der Zuschauer durchaus nachvollziehen, weswegen Cate Blanchett fremd geht. Judi Dench erregt sowohl Wut, als auch Mitleid.
Beide Hauptdarstellerinnen sind perfekt und rechtfertigen ihre Oscar-Nominierungen.
Zusammenfassend ist Tagebuch eines Skandals einer der besten Filme des Jahres, der durch gute Darsteller, eine tiefe Handlung und hervorragend ausgearbeitete Charaktere beeindruckt.