Die kleine Jill wächst mit ihrem Vater in Afrika auf und erhält zum Tausch gegen allerlei Kram eines Tages ein Gorillababy. Joe, wie sie es tauft, wächst bei ihr auf der Farm auf und gehört quasi zur Familie. Zwölf Jahre später ist Max O'Hara aus New York auf der Suche nach einer Attraktion für seinen neuen Nachtclub und wird auf Jills Farm fündig. Das Versprechen von Ruhm und Reichtum führen Jill und Joe nach Hollywood, wo sie in O'Haras Nachtclub auftreten. Doch die Bekanntheit, die Gefangenschaft und ein verblödetes Publikum lassen Jill rasch an der Entscheidung zweifeln.
Und so nimmt das zu erwartende Drama seinen Lauf, das in Teilen schon an den Klassiker „King Kong“ (1933) erinnert. Geschäftsmann schnappt sich Riesenaffen für eine Show und am Ende geht’s schief. Zwar hat der Film nur im deutschen Titel was mit dem bekannten Gorilla zu tun, die Parallelen sind aber nicht zu übersehen. Immerhin nimmt die Chose hier dann doch einen etwas anderen Verlauf und fährt mitunter mehr die sentimentale und humorvolle Schiene. So richtig gelungen ist das für mein Empfinden nicht, denn der menschelnde Plot ist recht flach und vorhersehbar gestrickt, zumal auch hier mal wieder die typische aufgesetzte Liebesgeschichte eingearbeitet wird. Weiterhin merkt man dem Film an, dass er sich mehr auf die Effektszenen konzentrieren möchte.
Zwar in dieser Kategorie oscarprämiert und unter Beteiligung von Stop-Motion-Legende Ray Harryhausen entstanden, wirkt nicht jede Sequenz überzeugend. Dabei wird einiges aufgefahren und die Interaktion zwischen Vorder- und Hintergrund ist interessant getrickst, ebenso die Kombination aus Trick- und Realaufnahmen in geminsamen Szenen. Manchmal reicht die Technik dann aber doch nicht für die ausreichende Illusion, trotz des Bewusstseins für die Entstehungszeit. Aufgrund der Masse an Effekten und des Aufwands trotzdem respektabel. Hinzu kommt eine Sequenz mit einem brennenden Haus, wobei die Modellarbeit hier sehr gelungen ist, die Einfärbung aber befremdlich anmutet.
Wie schon bei „King Kong“ und der direkten Fortsetzung „Son of Kong“ (1933) führte Ernest B. Schoedsack Regie, ebenso entstand das Drehbuch unter Beteiligung von Ruth Rose. Nicht die einzige Konstante, Darsteller Robert Armstrong ist ebenso wieder dabei, hier als Max O'Hara. Auch hier erkennt man Parallelen zu seinem Carl Denham aus den beiden zuvor genannten Filmen, all diese inhaltlichen Reminiszenzen tun dem vorliegenden Werk nicht gut und fördern das Gefühl, dass es letztlich nur eine Variation von schon Gesehenem darstellt. Ein generell ungutes Gefühl bleibt jedenfalls beim Betrachten des Umgangs mit lebenden Tieren im Film.
Eine angedachte Fortsetzung wurde aufgrund des ausbleibenden Erfolgs im Kino nicht realisiert. In technischer Hinsicht anerkennenswert, ist „Mighty Joe Young“ inhaltlich eine Variation der thematisch ähnlichen Vorgänger im Geiste, deren Humor mich nicht erreicht hat. Die Darsteller bleiben blass, dafür gibt es viel Handarbeit zu sehen.