Die Slasher-Welle überrollte eine Zeit lang, sowohl das Teenie-Film-Genre als auch das Horror-Genre. Nachdem Wes Craven mit "Scream" und Jim Gillespie mit "Ich weiss..." bereits zwei äußerst erfolgreiche Schlitzer auf den Markt brachten, war an Horror-Streifen anderer Art kaum zu denken. Wie wohlig wurde dem Genre-Fan da, als mit "Jeepers Creepers" endlich mal ein Genre-Streifen ganz anderer Art auf ihn zukam. Und Victor Salva hat es auch wirklich geschafft, einem das Fürchten zu lehren.
Dabei teilt sich "Jeepers Creepers" eigentlich fast in zwei unterschiedliche Filme auf. Erst einmal dreht sich die Geschichte um zwei typisch amerikanische Teenie-Geschwister, die plötzlich etwas merkwürdiges am Straßenrand beobachten und danach von einem wahnsinnigen, mysteriösen und höllisch düster wirkenden Mann verfolgt werden. In diesen ersten knapp 50 Minuten zeigt der Streifen dabei auch gleich seine größten Stärken. Die Geschichte wird geschickt aufgerollt und bietet sogar leichte Züge alla "Akte X"! Es ist gar schaurig spannend, wenn die Beiden versuchen herauszufinden, was der Fremde da in das Rohr geschmissen hat und wer er überhaupt ist. Auch wenn dabei natürlich einige Logik-Lücken nicht zu übersehen sind und sich beide Charaktere auch nicht gerade als die Klügsten erweisen, so bleibt das ganze Treiben doch sehr spannend und vor allem Atmosphärisch.
Denn vor allem die Atmosphäre ist es, von der der Streifen lebt. Durch den geschickten Einsatz des phänomenalen Scores, der gruseligen Soundeffekte und der typischen Stil-Mittel wie Dunkelheit etc., verschafft Salva eine knisternde Atmosphäre, wie man sie sich als Fan des Genre nur wünschen kann. Vor allem die Szene mit der Katzenverrückten alten Dame verbreitet eine gar schauerliche Stimmung.
Nach ca. 50 Minuten dreht sich das ganze Spektakel dann allerdings in eine andere Richtung und aus dem schaurigen Mystery-Streifen wird plötzlich ein Monster-Spektakel. Das Gesicht des Fremden wird enthüllt und nun beginnt die Jagd des Monsters, auf die Teenies. Da nun ziemlich früh schon die Luft aus der Frage "Wer ist der Fremde" heraus ist, ist man erst einmal ein wenig enttäuscht. Doch man kann sich schnell wieder fangen und fiebert wieder mit Charakteren mit. Zwar kann das Treiben dann wirklich nicht mehr so ganz die Spannung und die Atmosphäre verbreiten, wie man sie in den ersten Filmminuten zu spüren gekriegt hat, doch langweilig wird es trotzdem nicht. Das liegt wiederum an der düsteren Inszenierungt, die nach wie vor überzeugt. Dazu kommen noch einige herrlich fiese Gore-Effekte und eine gelungene, schön scheußlich geratene Monster-Maske.
Was die Darsteller angeht darf man, wie so oft, natürlich nicht allzu viel erwarten, doch für einen Streifen dieser Art langt es vollkommen.
Fazit: Spannender Teenie-Horrorstreifen, der sich mal wohlig vom typischen Teenie-Gemetzel abhebt und vor allem durch seine herrlich gruselige Atmosphäre überzeugen kann. Auch wenn dem Film zum Ende hin etwas die Puste ausgeht, so bleibt es doch ein löbliches Stück Teenie-Streifen, dass Victor Salva uns hier vor Augen führt!
Wertung: 8/10 Punkte