Review

COPKILLER

Eines vorneweg: Ich hab den Film vor zehn Jahren mal bei Vox aufgenommen und danach bestimmt sechs, sieben Mal angesehen, aber das ist inzwischen wie gesagt zehn Jahre her und die Namen hab ich natürlich alle vergessen. Ich hab nur mal zum Spaß geguckt, was die anderen so von dem Film halten und mußte (geradezu mit Erschrecken!) feststellen, daß noch kein Review existiert, was ich hiermit mal schnell nachhole...

Der Film erzählt die Geschichte eines alternden Cops (Harvey Keitel), der mit seinem Bullen-Kumpel Bestechungsgelder kassiert und damit das alles reibungslos funktioniert, haben sich die zwei eine schöne Wohnung gemietet, wo die Geschäfte über die Bühne gehen, das Geld gezählt wird usw.. Eines Tages funkt ihnen ein junger Typ dazwischen(grandios, exzellent und einfach genial: Johnny Lydon) und die Sache gerät aus den Fugen. Der Typ taucht überall auf, offenbart aber nichts über sich und das, was er evtl. wissen könnte und Harvey entschließt sich irgendwann dazu, den Kerl gefangenzunehmen und in der Bude einzusperren. Aber zufällig kommt der Mann aus einer der reichsten Familien und die Polizei fahndet bald fieberhaft nach ihm. Die Sache spitzt sich immer mehr zu, der Kumpel von Harvey kriegt kalte Füße und Harvey, immer nach Ruhe und Ordnung bestrebt, weiß bald nicht mehr, was er tun soll...

Die Grundstimmung des Films allein ist genial: Düster, anarchisch, dreckig und brutal. Man weiß lange Zeit überhaupt nicht was los ist. Nach und nach steigt man ein und gerät in ein kompliziertes Psycho-Verwirrspiel, das absolut genreuntypisch funktioniert (ich kenne keinen auch nur ansatzweise vergleichbaren Film) und das 90 Minuten lang einen sehr konstanten und guten Spannungsbogen aufrechtzuerhalten vermag. Der Film steigert sich kontinuierlich bis zu einem, in sich äußerst logischen, hochdramatischen Finale. Die geile Musik kommt, wie ich eben erst gesehen habe, sogar vom Meister Morricone selbst und trägt einen sehr großen Teil der Spannung; die beiden Hauptthemata (Harvey sitzt mit teurer Zigarre und Whiskey im Sessel und versucht "alles zu überdenken" und das pushende Bassgitarren-Stück für Außen- oder Suspense-Szenen) tragen den ganzen Film über und machen richtig süchtig; durch die ständige Wiederholung des "Sessel"-Themas, in dem Harvey immer versucht klarzukommen, obwohl längst alles im Arsch ist, wird man in den psychischen Verfall des bestechlichen Polizisten reingezogen und dreht am Ende mit Harvey am Rad. Die Hauptdarsteller spielen beide absolut überzeugend und gehen fantastisch in ihren Rollen auf. Wer Johnny "Rotten" Lydon zudem mal als Shouter von den Pistols in der Zwangsjacke gesehen hat, weiß was sich in dem Mann abspielt, wenn er Harvey aus dem Taxi von nebenan kalt-zynisch grinsend anstiert. Den schlaksigen, psychopatischen "Verzögling" aus gutem Hause kauft man niemandem sonst derat bereitwillig ab. Zu Harvey Keitel muß man eh nichts mehr sagen, er spielt halt einfach klasse! Die Nebendarsteller sind ebenfalls allesamt überzeugend, haben natürlich nicht das Profil der Hauptdarsteller, aber das muß zwecks Fokussierung wohl auch so sein.

Was soll ich noch sagen? Exzellentes Drehbuch, außergewöhnliche Story, schön "dreckige" Kamera, die beste Musik, die man sich wünschen kann und fabelhafte Darsteller. Für mich einer der besten Filme!

Ganz, ganz klare 10 von 10 Punkten!

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