Es gibt Dinge, die sollte man auf sich beruhen lassen. Zum Beispiel von Filmen 30 Jahre später Fortsetzungen zu drehen. Noch schlimmer ist das ganze dann, wenn man an den oder die alten Filme eigentlich nur positive Erinnerungen hat und die Fortsetzung einen dann vieles zerstört. Genauso verhält es sich nämlich mit diesem letzten Olsenbanden Film.
Er ist ein Produkt der Geldgier einiger dänischer und deutscher Produzenten die sich dachten, ein auf Krampf gedrehter letzter Film des Erfolgstrios der Olsenbande könnte, egal wie seine Qualität ist, noch genügend Zuschauer ins Kino locken. Ob sie die Fans enttäuschen oder einen Mythos zerstören, war ihnen dabei egal. So engagierten sie also alle noch lebende Mitglieder der Olsenbande, dachten sich ein Drehbuch aus und los ging’s.
Das Drehbuch ist ja sogar eigentlich nicht mal so dumm. Denn anstatt so zu tun, als ob Egon, Bennie und Gjield noch die Männer besten Alters von damals wären, verfrachtete man die Geschichte in die Gegewart und Egon und Gjield ins Altersheim. Dort werden diese dann schließlich rausgeholt und drehen einen letzten Coup, diesmal im Auftrag ihre früheren Feinde. Dabei kämpfen sie gegen die Tücken der modernen Technik und gegen ihr fortschreitendes Alter. Doch leider fällt die ganz amüsante Geschichte mit ihren Hauptdarstellern. Der einzige, den man seine Rolle noch irgendwie abnimmt ist Bennie, der allerdings viel zu dick geworden ist und auch noch die falsche Synchronstimme verpasst bekommen hat. Gjield, der früher immer den ängstlichen Dicken spielte, ist so dünn, schwach und alt, dass man in jeder Szene fürchtet, er könnte seinen letzten Atemzug tun während Egon wie eine wandelnde Leiche aussieht. Wie kann man solchen alten Männern noch antun, sich vor ihren Fans so lächerlich zu machen? Bei mir riefen sie im Film einfach nur noch Mitleid und Wut hervor.
Aber wenn das nur schon alles wäre. Das wahre Debakel beginnt erst, als der Regisseur und Gjield während der Dreharbeiten verstorben. Denn dann verliert der Film jegliche Substanz. Gjield wird unter einer fadenscheinigen Erklärung durch eine schlecht und übertrieben spielende Frau ersetzt und das Drehbuch verläuft mit einem Mal in eine ganz andere Richtung: Man hat das Gefühl, dass hier jemand den Film einfach nur ganz schnell zu Ende drehen wollte, bevor noch jemand wichtiges stirbt. So gibt es dann einen schnellen und total blödsinnigen Showdown und ein Happy End für die Olsenbande in Italien. Da sieht man dann auch noch mal Gjield, nämlich aus einer Szene vom Anfang des Filmes schlecht reingeschnitten. Und Börge taucht noch mal im Film auf, die einzige Person, über dessen Wiedersehen man sich freut, da er nicht aussieht, als stände er, wie die anderen schon mit einem Bein im Grab.
Eine der wichtigsten Nebenpersonen der ersten Teile, Yvonne, spielt aufgrund ihres schon länger zurückliegenden Todes auch nicht mehr mit, wodurch der Film zusätzlich noch viel von seinem alten Charme verliert.
Einzig und alleine das Olsenbande Theme ist geblieben, doch regt es jetzt eher zum Weinen als zum Lachen an.
Dieses Verbrechen an den Fans und der Würde der Darsteller hätte wirklich nicht sein müssen!
3/10