Obwohl mit etlichen Lorbeeren (u.a. 9 Nominierungen bei den Hong Kong Film Awards) ausgestattet, enttäuscht „Downtown Torpedos“ aufgrund seiner nicht über ein grundsolides Niveau herauskommenden Regie und einem alles andere als Spannung aufbauendem Skript. Dabei war hier immerhin Teddy Chan, der mit „The Accidental Spy“ einen der brauchbarsten Jackie Chan-Filme des neuen Jahrtausends zustande brachte, als Regisseur tätig.
Um Spione geht es hier ebenfalls, genauer um ATMs (available technical mercenaries) – Industriespione. Cash (Jordan Chan) und Jackal (Takeshi Kaneshiro) sind Meister ihres Fachs und stellen dies auch umgehend in der Opening Sequence umgehend unter Beweis. In Frankfurt stehlen sie aus einem Bürokomplex die Unterlagen des Transrapid, der ironischerweise später ja wirklich in China Anwendung fand. Von technisch raffinierten Gimmicks, über halsbrecherische Abseilaktionen am Hochhaus, bis zu kniffligen Hacks unter Zeitdruck fährt Teedy Chan dann auch alle wichtigen Elemente des Genres auf, nur mitreißen kann er nicht.
Das ist ein großes Problem von „Downtown Torpedos“. Er ist ohne Frage kompetent inszeniert, beinhaltet alles was das Genre hergibt, würzt das dann mit Schießereien, ein wenig Martial-Arts und Verfolgungsjagden (Land wie Wasser) und doch ist er einfach nicht lebendig genug, um sich im Pool rasanter Hongkong-Produktionen herauszukristallisieren.
Das liegt einerseits an der Story, die zwar spannend beginnt und das Duo, nachdem die Behörden Hongkongs sie zwingen gegen Entgelt für ihr Land zu stehlen, mit drei weiteren Kollegen zusammenbringt, damit sie Gelddruckplatten wiederbeschaffen, dann jedoch, nachdem sie verraten worden sind, stark nachlässt, mit einigen Plottwists verwirrt und sich zudem noch an Spannungspotentialen innerhalb der Gruppe aufhält (man verliebt sich untereinander, ein Säufer wird ausgestoßen, etc.). Die sofortige Konzentration auf den anschließenden Rachefeldzug (wenn man ihn denn so nennen kann) wäre wünschenswert gewesen.
Innerhalb der Actionszenen, wovon es leider nicht sonderlich viele gibt, findet man kaum Innovationen oder wirklich spektakuläre Stunts. Zwar ist alles Hongkong-typisch handmade und ohne CGI, doch auch 1997 gab es vor Ort ganz andere Actionkaliber mit Adrenalin fördernden Autoverfolgungsjagden und brillant inszenierten Shootouts. Beide Actioneinheiten sind normalerweise die Stärken der Hongkongproduktionen, hier gibt es größtenteils, bis auf eine Abseilaktion nur Standardkost zu sehen.
Schauspielerisch geht „Downtown Torpedos“ in Ordnung. Albernheiten und Slapstick bleiben dankbar außen vor und die Emotionen kochen auch nicht über. Aus der Truppe kann „Returner“ – Star Takeshi Kaneshiro ein wenig herausstechen. Leider tut die maximal akzeptable deutsche Synchronisation den Darstellern hierzulande keinen großen gefallen.
Für das Zitieren von James Bond und die Locationwechsel (Frankfurt, Budapest) erntet Teddy Chans routinierte, aber irgendwie nie wirklich packender Actionthriller dann noch einen weiteren Bonuspunkt.
Fazit:
Bleibt ein solider Spionagethriller mit durchschnittlichen Actionszenen, zufriedenstellenden Darstellern und einem etwas schleppendem Plot. Aus Hongkong gibt es weitaus bessere Filmexporte. Unspektakulär und nur etwas für die HK-Komplettisten – auch wenn man hiermit nichts ganz falsch macht.