"Clint likes to do everything live, ... When you read the script, you know everything is going to be pretty much live action. Sometimes you have to talk him out of something that just might be a little too risky. Not that he couldn't do it, but if something even minor should happen, you couldn't afford to suspend the production."
~ Buddy Van Horn
"In a situation where your rehearsal time is extremely limited, it becomes that old expression: experience, ... It becomes a seat of the pants kind of thing, about 20 drivers and Clint who know where the close calls are going to be and who's going to be in what position when. But once you get going, there's always the element of surprise, where maybe a car is 10 feet closer than it was expected to be, and a driver must react to that."
~ Terry Leonard
"The hook is very similar to the kind used to launch jets on aircraft carriers, ... Once the hook falls away, the Mercedes is propelled by its own momentum.(...) When the car left the building it was very important that it exit and travel flat, ... A lot of times it doesn't matter. In this case, if the car didn't travel flat, you would know that the car could not have survived into the next sequence where it landed on the rooftop. We had to set up aerodynamics on that car, so that every time it went out the window, including the tests, it flew out without the nose dipping down."
~ John Frazier
Erste wirkliche moderne Materialschlacht von Clint Eastwood, abseits von Der Mann, der niemals aufgibt (1977) vielleicht; eine Grundforderung der langjährigen Vereinbarung zwischen Warner Bros. und Eastwoods Malpaso Productions, die einen kommerziellen Film im Gegenzug zu den leisen Dramen um Bird (1988) oder Weißer Jäger, Schwarzes Herz (1990) forderten. Hier Actionthriller mit Zusatz eines Buddy Pictures, und natürlich Hinweise auf die Dirty Harry - Reihe, das Budget von ca. 30 Mio. USD im Übrigen identisch zu dessen eher erfolglosen Ausklang Das Todesspiel (1988), wobei das Einspiel hier noch geringer lag, die Kritiken auch entsprechend mäßig, die von Terry Leonard, Buddy Van Horn und John Frazier überwachten Stuntszenen wurden allerdings gelobt, auch das Spiel der Antagonisten:
Der erfahrene LAPD - Detective Nick Pulovski [ Clint Eastwood ] verliert bei der Verfolgung von Autodieben seinen Partner, und bekommt von Leutnant Raymond Garcia [ Pepe Serna ] mit dem frisch von der Akademie kommenden David Ackerman [ Charlie Sheen ] einen neuen Kollegen zugeteilt, was ihm natürlich nicht wirklich in den Kram passt, hat er es doch mittlerweile persönlich auf die Gang um Ulrich Sigmund Strom [ Raul Julia ] und Liesl Strom [ Sônia Braga ] abgesehen. David hat allerdings eigene Probleme, gerät doch seine Freundin Sarah [ Lara Flynn Boyle ] während der Ermittlungen ebenfalls in Gefahr durch den Schergen 'Loco' Martinez [ Marco Rodiguez ] , und ist sein schwerreicher Vater Eugene [ Tom Skerritt ] strikt gegen die Berufswahl seines Sohnes.
Ein Bewerbungsgespräch wird hier aufgezeichnet, im Dunkeln, die Befragenden sind weit entfernt und nicht deutlich zu erkennen, ein Albtraum hier, ein psychisches Trauma, ein Brudermord in der Kindheit, ein Aufwachen aus der Schuld, eine Qual des Polizisten, Schuld und Sühne in den ersten Sekunden gezeigt, eine Qual, dann die erste voluminöse Aufmerksamkeit. Die Besetzung ist hier statthafter als zuletzt, der Film rustikaler als Das Todesspiel, aufwändiger, deutlich sogar, trotz gleichem Budget, luxuriöser gehandhabt, flinker, stabiler, zwei Jahre seit dem letzten Polizeifilm, hier im neuen Jahrzehnt angelangt, die Zeiten haben sich geändert, es wird deutlich auf Druck und Eindruck gegangen, man wirkt agiler, aktiver, trotz immer noch der Stammmannschaft an Bord. Um Autodiebstähle geht es nur nebenbei, es geht um Größeres, das Verbrechen hat sich ausgebreitet, Dirty Harry schon im Ruhestand, Eastwood übernimmt hier selber die Regie, nach zwei Flops von Buddy Van Horn. "Die gute Fee" mit der Knarre hier, gleich zu Beginn der Verlust des Partners, genreüblich demnach, so wie der ganze Film, das gesamte Geschehen, ein Toter in den ersten Minuten, es folgen noch mehr, es wird in Angriff und Verteidigung gegangen, in die Verfolgung, vorher kurz der Verlust des Kollegen betrauert, die Marke blutig, "Euch mach’ ich fertig" als Motto, mit allen Mitteln reagiert, mit einer Hetzjagd über den nächtlichen Highway, viele Wagen, viele Personen involviert, viele Crashs, auf Schnelligkeit gegangen, auf brachialen Einsatz, auf Schusswaffengebrauch, zwischen den Planken und dem Autotransporter gefangen, Autos werden als Hindernisse auf die Autobahn geworfen, Wohnwagen als Bremsklotz durchbohrt, ein ganzer Transporter fliegt über die Straßen, der Polizist mit ein paar Schrammen.
Keine Zeit wird hier verloren, immer gleich zu den wesentlichen Dingen gekommen, der Fall ist entzogen, das Morddezernat hat ihn übernommen; ein neuer Partner wird aus dem Zimmer geschmissen, die Tür zugeknallt vor der Nase, selbst die Kollegen machen sich lustig über den Jungspund, es ist Training Day quasi, der Rookie noch nicht eingeweiht. Auf Konfrontation wird prompt gegangen, der Neue hat Geheimnisse, die Verbrecher werden verbal und mit Blicken abgetastet, auch eine Brüskierung folgt sofort, man zögert nicht lange, es folgt eine Kriegserklärung, und eine Aufklärung, nur später, "Warts ab", das Skript geht in die Auseinandersetzung, man drückt auf das Tempo, die Bilder etwas düster, viel im nächtlichen Einsatz, viel auch auf den neuen Partner gerichtet, eine Akzeptanz der Jugend, ein respektvoller Einsatz, der Profi und der Neuling, eine Art Buddy Picture hier. "Schon seit Tagen latsche ich immer hinter Ihnen her.", noch wird man 'Kleiner' genannt, Sheen hatte damals eine eigene Akzeptanz, vor allem durch die Arbeiten für Oliver Stone, er galt als eigener Star oder zumindest kommender, mit eigenem Gewicht und selbständigen Hauptrollen, er passt sich hier dem Regisseur und Hauptdarsteller an, er macht das Actionszenario mit, es geht in den Nahkampf, im Rotlicht einer Bar, eine erste Lektion, es folgen noch einige. Eastwood ist hier mehr der Draufgänger, mit dem Kopf durch die Wand, die Optik leicht düster, dennoch als Kinowerk gehalten, Das Todesspiel wirkte etwas fernsehmäßig, als Telemovie, hier wird die große Leinwand bedient, es geht auf Kollision und Zerstörung.
Blessuren holt man sich dabei beizeiten, unterschiedlicher Art und auf unterschiedliche Weise, eine Verbrechensbekämpfung auf unorthodoxe Art, die Ganoven bald mit "ungesunder Gesichtsfarbe", keine "falschen Komplimente" hier, ein beiderseitiges Kennenlernen. Ein Abtasten, es wird sich durchaus gegenseitig ernst genommen, es folgen ein paar zynische Sprüche, ein paar Oneliner, es wird sich gegenseitig etwas beigebracht, eine neue Partnerschaft, auf Augenhöhe bald, nicht herablassend. Eastwood kann besser fahren, Sheen kann besser reparieren, man ergänzt sich gegenseitig, man verdient sich die Anerkennung, man macht keine Alleingänge mehr, man bleibt trotzdem 'Kleiner' hier. Für Schlagzeilen und Erfolge wird gesorgt, auf Provokation gegangen, die Gauner herausgefordert, es geht auf in den Krieg, mit ungewöhnlichen Methoden zuweilen, es geht auch in den Privatbereich, "Betriebsunfälle" passieren und Kollateralschäden, Sheen gehört zu niemand so richtig hier, bloß zu seiner Freundin und seinem Partner, es wird sich bald geduzt, man ist lockerer hier, eine Art Party, mit Radau und Krawall und Ausfall. Sheen mit als Zugeständnis an das jüngere Publikum, die neuere Generation, es reichte nicht für einen Kassenhit, die kamen später, im neuen Jahrtausend, mit anderen Werken, mit ruhigeren Bildern.
Präsent hier die Schauspielschar, selbst in Kleinrollen, eine Gleichwertigkeit der Besetzung, das Gebaren der Autoschieber im Schatten gehalten, im trüben Licht, in der Bedrohlichkeit, der Gewalttätigkeit, dem Verletzen und Morden, Komplizen und Informanten wie Abfall auf dem Schrottplatz beseitigt. Es wird dem wahren Grund für die Hartnäckigkeit nachgeforscht, der Routinier will etwas Großes und dies wenigstens einmal schaffen, er kümmert sich nicht um Vorschriften oder andere Sachen, es geht in die Illegalität auch, nur damit kann man Kriege hier gewinnen, es geht in Obszönität und die Blechschäden. Die Szenen zuweilen größer gehalten als üblich, auf Masse, auf Klasse, auf Volumen und Präsentation, die große Nummer zuweilen geschoben, ein Einsatz vermasselt, die Polizei in Scharen im Angreifen, ein versuchter Tresorraub, eine Geiselnahme, eine Erpressung mit Lösegeldforderung, "nichts ist ohne Risiko", "eine Riesenscheiße passiert". Ein Präzedenzfall wird geschaffen, mit Sex und Gewalt, mit Großkaliber und schweren Waffen, mit Motorradjagden durch die Innenstadt, einer ist gefangengenommen, der andere suspendiert, dazu der Vorfall aus der Kindheit, ein Psychodrama mit entwickelt, mit einem Knall gegangen, vorher noch andere Dinge, gleich mehrere Gebäude und Privatflugzeuge in Brand gesteckt oder zum Explodieren gebracht, der Aggression und Obsession in East L.A. (und später dem Airport) freien Lauf gelassen, "Burn, Baby, Burn", "Jetzt kann's lustig knistern.", kurzen Prozess mit den Vorschriften und den Verbrechern gleichzeitig gemacht, Selbstjustiz am Gedeihen, das Gesetz am Gewinnen.