"Profiler" war, um die in der Zuschauergunst immer etwas wackelige Serie wohl zu stabilisieren, immer wieder inhaltlichen Veränderungen ausgesetzt.
Die ersten beiden Staffeln präsentierten die Fälle rund um Serienmörder und ähnliches als Whodunit, bei dem die Identifizierung des Täters im Mittelpunkt stand, der bis kurz vor Schluß nicht bekannt war.
Stark ausgearbeitet war die gleichzeitige Bedrohung durch den Killer "Jack", der auf Ally Walkers Hauptfigur Samantha fixiert war.
In der dritten Staffel versuchte man etwas Neues: nachdem Jack identifiziert und verhaftet war, verriet man die Identität des Mörders oder Verrückten immer sehr früh in der Episode, um so mehr von seinem Charakter zeigen zu können. Das nahm den Folgen zusätzliche Spannung, gab den Tätern aber mehr Tiefe. Am Ende stellt sich der festgenommene Jack als Simulant heraus und ein Cliffhanger ließ Samantha in der Gewalt des richtigen Jack.
Das Fehlen "Jacks" in der Staffel ließ die Serie zunehmend veröden.
Am Anfang der vierten Staffel stieg Ally Walker aus und machte Platz für Jamie Luner, die eine andere Vorgehensweise hatte. Das Problem Jack verschwand mit dem Staffelanfang, dafür rutschte das Team mehr und mehr in innere Zwistigkeiten und Kompetenzschwierigkeiten.
Die letzte Folge endete mit einem Cliffhanger, als das Team aufgelöst wird und Jamie Luner des Mordes verhaftet wird. Der wirkliche Mörder, eine Figur, die eindeutig an "Keyser Söze" aus "Die üblichen Verdächtigen" angelehnt war, blieb im Schatten.
Es nützte nichts, die Serie wurde nicht weitergeführt.