Review

Für einen Sarg voller Dollars
(Koch Media) 

Klaus Kinski erwähnte einmal in einem Interview, das er für entsprechendes Geld in jedem Film mitspielen würde, die Qualität sei ihm egal. Mit dem vorliegenden Für einen Sarg voller Dollar haben wir nun solch ein Beispiel der von ihm eher lustlos gespielten Filme. Dabei ist Für einen Sarg voller Dollar von Regisseur Demofilo Fidani eigentlich nicht durchweg schlecht, eher etwas naiv. Bemerkenswert ist, dass die Kamera von einem Herrn Joe D´Amato geführt wurde, der ja unter Fans einen berühmt berüchtigten Ruf hat.
Doch zurück zum Film. Die Story handelt von dem Verbrecher Tom Hagen (Klaus Kinski), der als Anführer einer Verbrecherbande  bei dem Überfall auf die Ranch de Hamiltons persönliche Verluste in Kauf nehmen muss. Da Diplomatie und Zurückhaltung nicht zu seinen starken Seiten gehören, schwört er blutige Rache. Er tötet die komplette Familie der Hamiltons, einzig der jüngste Sohn kann flüchten und schwört nun seinerseits Rache. Unter dem Decknamen Nevada Kid macht er sich auf, die Mörder seiner Familie zu jagen.
Nun gut, der Drehbuchautor schien kein wahrer Feingeist gewesen zu sein. Auch inszenatorisch haperts und knarzt es an einigen Ecken. Unfreiwillig komisch wird es dann, wenn die Darsteller bei Schießereien offensichtlich unverletzt weit nach hinten oder vorne „fliegen“, um dann hin- und herrollend langsam zu sterben. DAS ist wahre Schauspielkunst. Man könnte also getrost sagen, dass dies eine wahre Trash- Perle unter den Italo-Filmen ist, und läge gar nicht mal so verkehrt damit.
Aber der Film macht Spaß! Es kommt eben auf den eigenen Standpunkt an. Erwartet man einen Film a´la Corbucci oder Leone, so muss man enttäuscht werden. Möchte man sich jedoch bei einem Bier gut unterhalten lassen, so funktioniert das mit Für einen Sarg voller Dollar wunderbar!
Die Veröffentlichung aus dem Hause Koch Media ist wie immer hervorragend gelungen. Sowohl Bild als auch Ton sind gut aufgearbeitet worden. Für den Bonussektor produzierte man sogar eigens ein 20 minütiges Making of mit Interviews, sowie eine Bildergalerie und Trailer. Wer also einfach mal auf lange Shootouts und eine wüste Rachestory steht, dabei auf eine ausgefeilte Charakterisierung und einen stringenten Spannungsbogen verzichten kann, der ist hier bestens aufgehoben. 

CFS

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