Jim Carrey und Jeff Daniels spielen zwei strunzdumme Chaoten. Nachdem die beiden zufällig einen Koffer voll mit Lösegeld in die Hände bekommen, den Carrey bei der Übergabe am Flughafen an sich nahm, machen sie sich auf den Weg quer durch die USA, um den Koffer seiner Besitzerin wiederzubringen, wobei ihnen die Entführer und das FBI im Nacken sitzen.
"Dumm und Dümmer" war der Durchbruch für die Brüder Peter und Bobby Farrelly, die auch später durch geschmacklose, aber enorm lustige Komödien in Erscheinung treten konnten und dabei weitere Kult-Komödien, allen voran "Verrückt nach Mary" inszenieren konnten. "Dumm und Dümmer" ist in jeglicher Hinsicht ein typischer Farrelly-Film, der vollkommen dreist und schamlos daherkommt, dennoch perfekt amüsieren und unterhalten kann und auf eine ganz eigene Art sogar charmant und sympathisch wirkt.
Die Story ist komplett schlicht gehalten, die Charakterkonstruktion ist komplett flach und beide Hauptfiguren sind dümmer als die Polizei erlaubt. Na und? Im Wesentlichen ist sowieso nur das wichtig, was Peter und Bobby Farrelly draus machen und das kann sich definitiv sehen lassen. Kaum eine Minute verstreicht, in der die Farrelly-Brüder keinen neuen Gag vom Stapel lassen und so kann "Dumm und Dümmer" von Anfang bis Ende gut unterhalten. Die Trefferquote ist dabei nicht perfekt, aber ziemlich hoch. Ein bisschen Slapstick, ein paar, wenn auch niveaulose Wortwitze und ein gewaltiger Schuss des geschmacklosesten Fäkalhumors: Das ist die Mischung, die die Farrellys hier, wie in den meisten anderen ihrer Filme verwenden und der Mix zündet, wenn man als Zuschauer kein Problem mit den Geschmacklosigkeiten hat und geistig auf Durchzug schalten kann, aber Humor ist bekanntlich sowieso Geschmackssache.
Die vielen Geschmacklosigkeiten lassen sich dennoch verzeihen, da die Farrelly-Brüder das Ganze sehr sympathisch servieren und ihre beiden Hauptfiguren sehr liebenswert in Szene setzen und mit ein paar ganz netten Wendungen zielstrebig auf das Happy End zusteuern. Die Filmmusik baut eine wohlige Atmosphäre auf und auch optisch ist der Film mit ein paar skurrilen Bildern und einem guten Kulissenwechsel ganz nett gelungen. Damit leisten Peter und Bobby Farrelly rundum überzeugende Arbeit und liefern hier eine der besten Komödien der 90er.
Jim Carrey ist der wohl größte Hampelmann und Grimassenschneider aller Zeiten und stellt dies auch in "Dumm und Dümmer" wieder unter Beweis. Nachdem er mit "Ace Ventura" und "Die Maske" mit der Zeit seinen Durchbruch schaffte, ist Carrey auch hier wieder sichtlich gut gelaunt und erzeugt mit seiner vollkommen überzogenen Mimik und Gestik einige Lacher, wobei er stellenweise ein bisschen zu hektisch wird. Jeff Daniels spielt bei Weitem nicht so hektisch und anstrengend wie Carrey und strahlt wenigstens einen Ansatz von Ruhe aus, ist aber ebenfalls voll und ganz überzeugend. Die beiden liefern als liebeswerte Trottel eine wirklich überzeugende Vorstellung und geben ein prima Duo ab. Der übrige Cast ist ebenfalls gut.
Fazit:
Peter und Bobby Farrelly liefern in ihrem Regie-Debüt eine wirklich starke Leistung ab und bringen Lacher am laufenden Band, die zum Großteil, wenn auch nicht komplett, zünden können. Damit unterhält "Dumm und Dümmer" klasse, wenn man sich denn nicht an dem unterirdischen Niveau und an den zahlreichen Geschmacklosigkeiten stört. Das Gag-Feuerwerk ist auf jeden Fall empfehlenswert.
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