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Was wäre wenn sich Robin Williams zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten stellen - und gewinnen würde? Da wär doch mal was los im Weißen Haus. In der politischen Komödie Man of the Year von Barry Levinson (Good Morning Vietnam, Rain Man, Wag the Dog) spielt Williams einen Comedy-Talkmaster, dem aus einer zufälligen Laune heraus genau das passiert. Das Schöne ist, dass er seinen neuen Posten mit derselben Herangehensweise antritt - bedingungslosem Humor.Wer schon einmal Robin Williams in einer Stand Up-Performance gesehen hat weiß, wie brillant komisch und pointiert witzig er ist. Perfektes Timing, unglaubliche Sprachvariationen und ein gutes Maß an Improvisation zeichnen ihn auch als Live-Comedian aus. Davon kann er in diesem Film eine Menge anbringen, denn man steht zunehmend hinter den Kulissen seiner Show und später auch in diversen Auftritten und TV-Debatten zur Präsidentschaftskandidatur. Unterstützt von seinem Team unter der Leitung des Produzenten Christopher Walken meistert er jede Hürde auf dem Weg zum mächtigsten Mann der Welt, und man ist eigentlich gar nicht so überrascht, wie sich Show-Business und das politische Parkett ähneln. Und denkt man an Arnold Schwarzenegger, ist die Möglichkeit einen Nicht-Politiker in ein hohes Amt zu wählen durchaus gegeben - weil vieles halt auch von der Bekannt- und Beliebtheit der Person abhängt. Sind die Wähler dann noch mit aktuellen Führung unzufrieden, könnte sowas durchaus passieren. Und darum wirkt der Film in keiner Weise albern oder überzogen, sondern als durchaus ernstzunehmendes Statement zur US-Politik, dem komplizierten Wahlverfahren und die undurchsichtigen Hintergründe, die einen Menschen letztendlich ins Weiße Haus bringen.

Der Film ist lustig, entlarvend, spannend und auch etwas traurig. Die Freundschaft zwischen Williams, Walken und dem Team ist toll, man fiebert mit in der Wahlnacht und stellt sich selbst die Frage Was wäre wenn... Leider ist die deutsche Synchronisation ziemlich lausig, wahrscheinlich wurde für den reinen DVD-Release nur ein kleines Studio beauftragt. Man erwartet bei Williams eigentlich immer Peer Augustinskis Stimme, aber seit dessen Schlaganfall haben andere Sprecher den Job ganz gut übernommen. So auch hier Kai Wulff, nur die anderenStimmen, allen voran Jeff Goldblum als Bösewicht, sind teilweise völlig unpassend gewählt. Gut, dass man DVDs auch im Originalton anschauen kann...

Uns hat der Film sehr gut gefallen, gerade auch im Hinblick auf die aktuellen Präsidentschaftswahlen in Amerika. Sieht ja so aus, als wäre der nächste Präsident entweder eine Frau (Hillary Clinton) oder ein Afroamerikaner (Barack Obama). Aber wer weiß, vielleicht stellt sich ja David Letterman noch zur Wahl oder Conan O'Brien. Robin Williams sicher nicht noch einmal - er hat im IKEA-Katalog einfach nichts passendes für sein Büro finden können...

(Filme und Mehr - www.olaflux.com)

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