In „Dr. Giggles“ wütet der titelgebende Arzt, konnte aber im Gegensatz zu seinen Kollegen Dr. Herbert West („Re-Animator“) und Dr. Alan Finestone („The Dentist“) auf kein Sequel kommen.
Es beginnt mit einer anfangs aus dem Patienteninneren gefilmten Operation, die Evan Rendell (Larry Drake), genannt Dr. Giggles, vornimmt. Jedoch an einem Irrenarzt, denn Evan ist ein irrer Arzt und gerade im Begriff aus der Nervenheilanstalt auszubrechen. Ein paar Leichen später ist die Freiheit erlangt und Dr. Giggles bereit zu neuen Taten. Gibt dem Genrefan direkt die erste Portion Blut zu Filmbeginn, wie es schon zig Slasherfilme vorher durchexerzierten.
Die Flucht führt Dr. Giggles in seine Heimatstadt, in sein mittlerweile verwaistes Elternhaus. Niemand hat es beziehen wollen, da seine Eltern unter grausigen Umständen starben, von seinem Vater heißt es gar, er sei ein Mörder gewesen. Spätere Rückblenden klären die Chose natürlich für den Zuschauer auf, das gute alte Kindheitstrauma darf mal wieder als Motiv für den Metzeltrip des Killers herhalten, aber sonderlich viel Tiefgang will „Dr. Giggles“ auch gar nicht bieten.
So beginnt Dr. Giggles bereits kurz nach seiner Ankunft mit Operationen an unfreiwilligen Patienten – das Resultat ist stets tödlich. Besonders die herzkranke Jennifer Campbell (Holly Marie Combs) und ihr Freundeskreis geraten ins Visier des Irren...
„Dr. Giggles“ ist klar von den Erfolgen der „Nightmare on Elm Street“- und „Freitag, der 13te“-Sequels beeinflusst, denn auch hier geht es vor allem um Slashen um des Slashens willen. Die Handlung tut dabei wenig zur Sache, wenngleich das Trauma des Killers ganz gut in die Handlung eingebaut wurde, so wie die Urban Legend, die sich um das Treiben seines Vaters rankt. Doch die Storyansätze werden wenig ausgearbeitet, viel wichtiger ist es für das Script sich von Kill zu Kill bewegen, da ist für Finessen kein Platz mehr. Obligatorisch auch das Erfüllen von Klischees, z.B. dass der scheinbar tote Killer wieder zurückkehren muss.
Den Einfluss besagter beider Slasherreihen merkt man auch an dem lockeren Ton, welchen „Dr. Giggles“ anschlägt. Der Killer lässt ein paar schwarzhumorige Diagnosen ab, wenn er gerade wieder ein Opfer verhackstückt, während es sich bei den Opfern um schemenhaft eingeführte Stereotypen handelt, die größtenteils eh nur zum Wegmetzeln da sind. So mag „Dr. Giggles“ weder im Bereich Spannung noch im Bereich Humor wirklich überragend sein, aber kreatives Killen wird hier groß geschrieben.
So dürfen sich die Effektspezialisten in den Mordszenen so richtig austoben, denn die einfallsreichen Tötungsmethoden sind mit schicken, handgemachten FX in Szene gesetzt. Da werden Opfer mit Blutdruckmessbandagen erwürgt, mit Thermometern erdolcht, operiert usw. Der Bodycount ist recht hoch, denn je mehr der Plot zu straucheln beginnt, desto mehr konzentriert sich „Dr. Giggles“ aufs Metzeln.
Larry Drake, vor allem als Fiesling aus „Darkman“ bekannt, verleiht dem titelgebenden Mörder dann auch einige Ausstrahlung, sodass auch sein dauerndes Kichern nicht nervig oder albern wirkt. Ansonsten sind die Darsteller eher routiniert, selbst Holly Marie Combs) als potentielles Final Girl kann wenig Akzente setzen.
Alles in allem ist „Dr. Giggles“ ein solider Slasherfilm, relativ flott erzählt, aber weder in den Bereichen Spannung noch schwarzer Humor wirklich herausragend. Dank der kreativen Mordszenen für den Genrefreund nette Unterhaltung, aber zu wirklicher Größe fehlt halt noch ein Stück.