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Regisseur Manny Coto war auch für den lauen Lundgren Film "Cover up" verantwortlich, doch mit "Dr. Giggles" präsentiert er sich in Bestform. Coto schrieb hierfür auch selbst das Drehbuch und auch für die Erfolgsserie "24" war er als Autor tätig. Seine Regiekarriere funktionierte nie sonderlich gut. Der Ansatz in "Tales from the Crypt" war noch recht vielversprechend, daher warf Coto 2000 das Handtuch und beschränkte sich aufs Drehbuch schreiben.
"Dr. Giggles" ist zweifelsohne seine beste Arbeit, doch nur in den USA kam es zu einer Kinoauswertung. Bei uns kam es durch das Videolabel CIC zur Veröffentlichung, aber für eine FSK 18 Freigabe musste der Film stark zensiert werden, knapp vier Minuten fielen der Schere zum Opfer, trotzdem wurde die Indizierung bis heute noch nicht aufgehoben.

Schon seit er ein Kind war, wollte Evan Rendell (Larry Drake) Arzt werden, wie einst sein Vater. Nun kann Evan aus der Irrenanstalt fliehen und er begibt sich ein sein altes Elternhaus. Sein Vater war damals auf der Suche nach einem Spenderherz für seine Frau und wurde für die grausamen Morde, die er dafür beging, vom Volk getötet. Evan will das unvollendete Werk seines Vaters nun fortführen. Dafür kommt ihm die herzkranke Schülerin Jennifer (Holly Marie Combs) gerade recht. Mordend zieht Evan durch das Dorf, bis er bald Jennifer in seine Gewalt gebracht hat.

Bis dato gab es solch eine Story sehr selten und von "Dr. Giggles" ließ sich auch Brian Yuzna für "The Dentist" inspirieren. Auf jeden Fall hat sich Coto hier eine nette Story einfallen lassen, die aber das Genre nicht neu erfindet. Evan Rendell wird von Larry Drake (Darkman) sehr überdreht, aber glaubwürdig verkörpert. Nur die deutsche Synchro ist bei Drake etwas fehlgeschlagen, seine Lache hört sich deshalb nur dämlich an, dann lieber mit Originalton anschauen. Die hier noch sehr junge Holly Marie Combs (Charmed) macht auch einen guten Job, Coto hat all seinen Darstellern gute Leistungen abgerungen.
Leider magelt es diesem makaberen Beitrag an Spannung. Einige unheimliche Momente kann der Film durchaus verbuchen, auch dadurch dass Großteile des Films bei Nacht spielen. Die Kulisse ist nicht bedrohlich genug nur Rendell´s heruntergekommenes Elternhaus mit der altmodischen Arztpraxis im Keller, wirkt unheimlich.

Coto schafft es kleine Defizite mit Tempo wieder wett zu machen. Sein Film besitzt keinerlei Längen und den Hauptfiguren verleiht er sogar ein wenig Tiefe. Rendell´s Identität und warum er zum Mörder wird, wird ausführlich thematisiert. Jennifer hat ihr Herzproblem, ihre Mutter ist tot, sie versteht sich nicht gut mit der neuen Geliebten ihres Vaters. Auch ihr Freund scheint sie im Stich zu lassen. Das klingt mal wieder nach Teenieslasher, ist es aber glücklicherweise nicht. Nur wenige Szenen entsprechen dem typischen Teeniehorror.
Natürlich wartet man auch mit einigen Morden auf, der Bodycount ist für diesen eher kurzen Beitrag relativ hoch. Evan rückt seinen Opfern mit einigen Instrumenten auf den Leib, Jeder wird mit einem anderen Instrument erledigt. Ob mit Messern, Skalpell, Schusswaffe, Thermometern, Blutdruckmessgerät, oder mit Giftcocktails in Spritzen. Einige Morde sind dabei recht blutig geraten, aber oft wird der Mord nur angedeutet, oder geschieht im Off. Da ist die Ansicht der übel zugerichteten Leichen wesentlich derber. Bis zum actionreichen und langen Finale hält Coto das hohe Tempo durch, dazu versieht er seinen Film noch mit einer gehörigen Prise schwarzen Humors.

Amüsanter, teils makaberer Horrorfilm, dem es leider an Spannung mangelt. Dafür ist das Tempo sehr hoch und Larry Drake macht Laune. Die Goreszenen wurden zudem sehr gut in Szene gesetzt.

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