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Ein verrückter Arzt entkommt aus der Nervenheilanstalt und kehrt in seine Heimat zurück, wo er geprägt von den Taten seines Vaters Patienten behandelt, egal ob diese wollen oder nicht.

"Dr. Giggles" ist ein im Jahre 1992 entstandener Slasher, der gut und gerne aus den 80ern stammen könnte, denn er schlägt genau in die selbe Kerbe wie die Werke von Freddy Krueger und ähnlicher Konsorten, da hier ein Unhold präsentiert wird, der seinem blutigen Handwerk nachgeht und dieses stets mit einem flotten Spruch auf den Lippen begleitet. Die Produzenten hätten sicherlich auch gerne weitere Fortsetzungen folgen lassen, doch so wahnsinnig finanziell erfolgreich war das Projekt nicht und so blieb es bei diesem einzigen Auftritt des kichernden Arztes.
Wie bei einem Slasher üblich wurde nicht viel Zeit in den Aufbau von vielschichtigen Handlungssträngen oder tiefgründigen Charakteren verwendet, sondern es wird eine einfache Geschichte erzählt und außer dem titelgebenden Bösewicht, der von Larry Drake herrlich verrückt gespielt wird, und der weiblichen Hauptfigur werden die Figuren nicht näher durchleuchtet. So erfahren wir im Verlaufe des Filmes in Form von Erinnerungen des Docs oder eines Polizisten wie Herr Giggles seine Kindheit verlebte, was sein Vater anstellte und was die Bewohner des Ortes mit ihm anstellten und wie der Kicherer zu dem wurde, der er heute ist. Diese häppchenweise Informationsversorgung über die Hintergründe ist gelungen und sorgt mit der Entlüftung des Rätsels um das Versteck des Jungen, als sein Vater getötet wurde, für einen echten Knaller.
Das genaue Gegenstück zu dem bösen Arzt ist die liebe Jennifer Campbell, die mit einem Herzleiden zu kämpfen , Probleme mit der Stiefmutter nach dem Tod ihrer Mutter und den üblichen Stress mit dem Freund hat. Dieses Mädchen wird von Holly Marie Combs gespielt, die zwar keine Scream Queen vom Format einer Jamie Lee Curtis abgibt, aber die Rolle glaubhaft rüberbringt und zudem äußerst lieblich anzuschauen ist.
Von der Spannungskurve her ist der Film nicht ganz ausgewogen. So gibt es im Mittelteil und gegen Ende ein paar Längen. Bei der Wahl des Behandlungsortes des Doktors herrscht dagegen Abwechslung und er darf anfangs in der Nervenheilanstalt das Skalpell schwingen, dann in seinem verfallenen Elternhaus, später ein paar Hausbesuche abhalten, für Schrecken in einem Spiegelkabinett sorgen und schließlich in einem Krankenhaus praktizieren, wobei besonders das heruntergekommene Gebäude, in dem er seine Kindheit verlebte für atmosphärische Stimmigkeiten sorgt.
Und da so ein Arztkoffer einiges an Utensilien bereithält, sind auch die Tötungen des Dr. Giggles sehr abwechslungsreich ausgefallen, so dass unter anderem Skalpelle, Spritzen, Pillen, Scheren, Pflaster, Thermometer, Blutdruckmessgeräte, Knochensägen, Magenpumpen und Reflexhämmerchen zum Einsatz kommen. Die gezeigten Bluteffekte sind hierbei meist eher zurückhaltend, so dass der ganz große Splatterspaß ausbleibt, doch bei der tiefgründigen Nasenuntersuchung, der rückblickenden "Wiedergeburt" des Doktors und seiner Kugelentfernungsoperation am eigenen Leibe haben die Leute der KNB ganze Arbeit geleistet.

Insgesamt erfindet "Dr. Giggles" das Slasherrad nicht neu, bietet aber mit Ausnahme von leichten Längen ordentliche Unterhaltung, Abwechslung durch die reichhaltigen Behandlungsmöglichkeiten, die ein Arztkoffer hergibt und mit dem kichernden Doktor eine Figur, die zwar nicht in den großen "Freddy Krueger"-Olymp aufsteigt, aber durchaus einen Blick wert ist.

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