Inhalt:
Durch ihren Vater wird die seit ihrer stumme Ada mit dem auf Neuseeland lebenden Alisdair Stewart verheiratet. Zusammen mit ihrer Tochter Flora und ihrem Piano kommt sie auf der Insel an. alisdair veranlasst, das Piano am Strand zu lassen, da sie es nicht zum Haus bringen können. George Baines nimmt auf Adas Bitten, im Tausch gegen Land, das Instrument zu sich und verlangt, darauf von ihr unterrichtet zu werden. Doch eigentlich ist er mehr an Ada interessiert, was auch Alisdair bald mitbekommt.
Ein schwermütiges und immer tragisches Werk.
Der Film ist steckenweise anstrengend. Was nicht bedeutet, man kann ihm schwer folgen oder er wäre öde inszeniert. Ganz im Gegenteil. Die Stimmung des Films ist verzweifelt, sei es aus der Sicht von
George (Harvey Keitel) und Ada (Holly Hunter) oder von Alisdair (Sam Neill). Dieser bemüht sich zusehends um Adas Zuneigung, doch dieses Gefühl schlägt später in Wut und Unberechenbarkeit um.
Auch ihre Tochter Flora (Anna Paquin), die die Gebärdensprache ihrer Mutter in Worte umwandelt, trägt ihren Teil zur unabwendbaren Katastrophe bei und das gesamte konservative Umfeld verleiht dem Film eine düstere Note.
Vor allem Harvey Keitel (aber auch Sam Neill) profiliert sich wieder mal als Charakterdarsteller. Keine der Figuren wirkt unglaubwürdig oder aufgesetzt. Nur Ada's Charakter wirkte auf mich stellenweise zu verschlossen. Doch sollte man auch die Umstände bedenken, unter denen sie ihr neues Leben beginnen soll.
Der Soundtrack von Micheal Nyman (Gattaca, Ravenous) ist wundervoll und man bekommt ihn auch ausgiebig zu hören. Denn ausser der Zeichensprache ist das Piano ihr Verständigungsmittel zu Aussenwelt. Der Zuschauer bleibt Beobachter von aussen; nur am Anfang und am Ende hört man einen Monolog der Stummen. Man sollte sich den Film genau anhören, denn es wird viel über Klänge als über Worte vermittelt.
Der Film wurde übrigens an Originalschauplätzen gedreht. Dadurch wird meines Erachtens nicht nur mehr Authenzität vermittelt, als schönen Nebeneffekt bekommt man noch einige schöne Aufnahmen von Neuseeland zu Gesicht.
Fazit:
Bedrückender Film mit tollen Charakteren/Darstellern, die glaubwürdig eine tragische (Liebes-) Geschichte vortragen. 8/10