Ethan Hawke spielt einen Jungen, der in Alaska die Goldmine seines kürzlich verstorbenen Vaters übernimmt. Nach einer Zeit merkt er, dass ihm ein Wolf auf Schritt und Tritt folgt und dessen Freundschaft kann er schließlich für sich gewinnen. Als schließlich eine Gruppe Ganoven kommt, um ihm sein Gold streitig zu machen, müssen er, sein Teilhaber und sein Wolf um ihr Leben kämpfen.
"Wolfsblut" ist ein Tierfilm aus dem Hause Disney und damit ist eigentlich auch schon alles zur Story gesagt. Wie später bei "101 Dalmatiner" oder bei "Snowdogs" ist auch "Wolfsblut" relativ vorhersehbar und ein bisschen zu naiv, um ernsthaft Dramatik aufbauen zu können. Die Charakterkonstruktion ist leider ziemlich klischeehaft und geizt mit neuen Ideen. Alles in allem ist die ganze Story leider wie bei vielen Disney-Filmen viel zu flach, womit der Film eigentlich eher für jüngere Zuschauer zu empfehlen wäre, wenn die Umsetzung nicht so gut gelungen wäre.
Regisseur Randal Kleiser, der in der Vergangenheit vor allem mit "Grease" in Erscheinung trat, leistet als Regisseur überragende Arbeit. Er lässt die Story in einem überaus angenehm langsamen Tempo ablaufen und baut somit langsam Dramatik auf, zumal er die Freundschaft zwischen Hawke und seinem Wolf überaus emotional darstellt und sich reichlich Zeit lässt, deren Entwicklung darzustellen. Die Kulisse der scheinbar endlosen Weiten und der malerischen Landschaften von Alaska ist hervorragend fotografiert und die Schönheiten des Landes überragend in Szene gesetzt. Hinzu kommt natürlich noch die gute Hintergrundmusik, die zu den optischen Reizen des Films auch die entsprechende Akustik liefert. Mit der Musik wird darüber hinaus noch eine überaus emotionale Atmosphäre aufgebaut und die Dramatik zum Ende hin immer weiter gesteigert. Auch die Tier-Aufnahmen sind hervorragend gelungen, bei diesem wohltuend langsamen und perfekt fotografierten Film kann man sich trotz der naiven Story zurücklehnen und den Film einfach nur genießen.
Ethan Hawke, der nach seiner Nebenrolle in "Der Club der toten Dichter" und vor seinem Durchbruch noch am Anfang seiner Karriere steht, spielt gut. Er zeigt eine überaus emotionale Leistung und seine etwas unerfahrene Darstellung passt darüber hinaus recht gut zu seiner überaus sympathischen und leicht tollpatschigen Rolle. Klaus Maria Brandauer präsentiert sich ebenfalls überaus stark und leistet in der Rolle des Teilhabers von Hawke sehr gute Arbeit. Der Cast ist eigentlich sowieso nur sekundär, da der Wolf Brandauer und Hawke definitiv die Show stiehlt.
Fazit:
Durch die überragende Kulisse und die perfekte Fotografie der Tiere und Landschaften von Alaska lässt sich die naive Story durchaus verschmerzen und macht "Wolfsblut" auch für Erwachsene empfehlenswert. Durch die guten Darsteller und das überaus wohltuende Erzähltempo, würde ich den Film knapp über dem Mittelmaß ansiedeln.