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"Du musst einfach nur du selbst sein. Erkenne wer du bist."

Reed Fish (Jay Baruchel) tritt in die Fußstapfen seines Vaters und moderiert eine Sendung im lokalen Rundfunk für die abgelegene Kleinstadt Mud Meadows. In Kürze steht die Hochzeit mit seiner langjährigen Freundin Kate Peterson (Alexis Bledel / Valerie Azlynn) an wofür er sich ausgiebig vorbereitet, damit aber überfordert scheint. Als Jill Cavanaugh (Schuyler Fisk / Shiri Appleby) von der Uni zurück nach Mud Meadows kommt, geraten Reeds Gefühle völlig durcheinander. Er ist zwischen beiden Frauen hin- und hergerissen was die bevorstehende Heirat nicht einfacher macht.

"Mein Name ist Fish" ist eine heiteres Drama über das erwachsen werden und dem Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Als Vorlage diente ein Lebensabschnitt des Reed Fish der seinem Filmpendant als John Penner Hände schütteln darf. In gerade mal 18 Tagen war die romantische Independent-Komödie abgedreht und präsentiert sich sehr warmherzig und süß.
Der Film beginnt heiter und stellt in feinster Montur seine Charaktere vor. Mit Jill kommt dann die Veränderung und die Misere von Reed mit ins Spiel die vorher nur angedeutet wurde. Recht schleppend und ereignislos entfaltet sich der vorhersehbare Plot um die Unsicherheiten eines Twen und die Entscheidung über den weiteren Lebensweg, der genau genommen nichts Neues bietet. Hier unterbietet wohl die Nähe zu wirklichen Ereignissen die Möglichkeit auf Flexibilität. Einzig die Auflösung, wobei man denn überhaupt beigewohnt hat, wirkt recht innovativ. Der Schluss selbst fällt dann aber auch vergleichsweise knapp aus.

Trotz der belanglosen Handlung wird eine gute Atmosphäre aufgebaut die sich über ein weites Spekrum hangelt. So wechseln sich tragische, witzige, emotionale oder auch nachdenkliche Momente ab, die insbesondere von ihren sehr menschlichen Figuren getragen werden. Durch anleihen zur Soap gibt es auch überdurchschnittlich kitschige Situationen, die sich aber glücklicherweise in Grenzen halten.
Dem Drama zugute halten muss man die größtenteils von Schuyler Fisk arrangierte Musik. Diese fällt sehr herzlich-melancholischen aus und unterstreicht bewegende Momente. Da Schuyler Fisk gleichzeitig eine tragende Rolle spielt, kann sie die Stimmung ihrer Songs direkt auf ihre Figur übertragen, die sie als lebenslustig, amüsant aber auch ernsthaft beschreibt und eine Ausstrahlung gibt, die man kaum übersehen kann.

Im direkten Vergleich zu "Der letzte Kuss", der sich ebenfalls mit Charakteren, die sich durch Unsicherheiten über ihren weiteren Lebensweg in unangenehme Situationen verstricken, beschäftigt, fällt "Mein Name ist Fish" um einiges schwächer aus. So bietet erstgenannter mehr individuelle Figuren und eine temporeichere Handlung. Außerdem kämpft "Mein Name ist Fish" mit Detailschwächen wie beispielsweise einem unprofessionellen Schnitt. Hier bietet "Der letzte Kuss" auf jeden Fall den runderen Eindruck.

Die Darsteller sind funktional und zielgerichtet gewählt. So spielt Alexis Bledel ("Gilmore Girls", "Sin City") routiniert die Rolle der Kleinstadt-Vorzeige-Freundin, Jay Baruchel ("Million Dollar Baby") den zugehörigen, stets hektischen Freund. Am eindrucksvollsten gibt sich Schuyler Fisk ("Mein Freund Joe") die man sich am besten als gern gesehene Freundin von nebenan vorstellen kann. Ohne Modelmaße erstrahlt sie, dank ihrer charismatischen Rolle, in einem besonderen Licht. Hier stehen sicher noch weitere Türen offen, nicht nur als Sängerin.

Witzig, charmant sowie amüsant kann "Mein Name ist Fish" eine Zeit lang unterhalten. Das stets heitere Drama beinhaltet aber keine sonderliche Tiefe und bietet keine neuen Aspekte. Wer auf solide, einfache Unterhaltung im Soap Bereich steht ist hier gut aufgehoben. Zuschauer die nach mehr intelligenter und melodramatischer Thematik suchen schauen sich besser anderweitig um.

5 / 10

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