" "Violent Shit 2" is the sequel that ONE guy may have asked for, but he probably ended up hanging himself before it was finished."
- Brad Jones aka The Cinema Snob.
Und auch mir stellt sich die Frage, wer danach gefragt hat: Bezahlte Herr Schnaas sein Testpublikum seinerzeit, schuldeten sie ihm Geld, war es eine verlorene Wette? Es ist und bleibt mir, der ich Teil 2 just vor wenigen Momenten sah, schleierhaft. Aber nun gut, immerhin haben wir es hier ansatzweise mit so etwas ähnlichem wie einem verständlichen Film zu tun und das muss ich Herrn Schnaas widerwillig anerkennen.
Auch, wenn der Anfang schon vorgibt, was Violent Shit 2 wirklich sein will: Ein Abklatsch aller Favoriten aus der schnaas'schen Heimvideothek. Und da fängt Herr Schnaas gleich bei den Shaw Brothers an: eine Gruppe Dullies spielt irgendwo am Arsch der Hamburger Heide Drogendealer, wobei die zwei Hauptoimel - beides langhaarige Chinesen in Klischeetracht - sich gegenseitig bescheißen. Weil in Hollywood selbstverständlich ausnahmslos jeder Chinese Kung Fu kann und unser lieber Schnaazi in Sachen Action und Vorurteile nicht zurückstecken will duelliert sich der ganze Verein auf Leben und Tod, wobei dem Sieger ein Duell mit Karl the Butcher blüht???
So ähnlich: dessen Sohnemann, ein Produkt offenkundig schwarzer Magie, wurde von Kalles bekloppter Geliebten im Schutze des Waldes in einer Ranzbude großgezogen und zu einem Killer herangezüchtet, der eine unspezifische Art der Rache für seinen Vater verüben soll. Der am Ende von Teil 1 eines mehr oder minder (über - ) natürlichen Todes starb. Denkt gerne mal drüber nach. Aber um Gottes Willen bitte nicht zu angestrengt. Das Ganze wird lieblos eingerahmt von den Erzählungen eines Journalisten, der sich zu Beginn und Ende des Filmes einige Mal kurz zu Wort meldet, wonach OG - Butcher einst Zellennachbar des realen Mörders Fritz Honka war und die neue Mordserie, die Hamburg erschüttert, dem Amoklauf Kalle seniors in vielen Punkten ähnelt. Unter anderem die Neigung zu weiblicher Genitalverstümmelung, bei der ich mich abermals fragte, ob das Schnaasloch damit nicht um psychologische Hilfe schrie, was wir Zuschauer als Shock Value missverstanden, aber ich schweife ab.
Ehrlicherweise war das hier nicht so grottig wie Teil 1: Herr Schnaarch hat sich nach dem ersten Teil ENDLICH eine halbwegs brauchbare Kamera gegönnt und direkt ein neues Mikro als Beilage dazu bekommen, mutmaßlich von einem Elektrofachhändler mit Herz für verarmte Hobbyregisseure. Da unser Andi sich aber auch wirklich den Arsch aufgerissen und das Drehbuch von mageren vier auf satte acht Seiten verdoppelt hat hat er sich das Equipment auch mit Sicherheit verdient, oder?
Ich persönlich beantworte die Frage für mich eindeutig mit oder: Wie oben erwähnt hat die Handlung nicht nur Lücken, sie IST Lücke! Schade, allein mit der Prämisse des Journalisten Glass hätte man doch was machen können: Lasst den Kerl doch recherchieren und dem Killer auf die Pelle rücken, unterwegs ein paar potenzielle Opfer retten oder gar in bester "Cannibal Holocaust" - Manier das ganze Geschehen eiskalt ausbeuten. Und wenn das nicht interessant genug ist: Konzentriert euch von mir aus auf Karl, aber gebt ihm bitte wenigstens Opfer, mit denen wir auch mitfiebern! Na gut, immerhin reichen die Storybrocken auf.
Schnaas hat den Rote Grütze - Kessel etwas weiter ausgeschöpft als noch im Erstling. Endlich bekommt der Karl the Butcher - Mythos etwas mehr Fleisch auf den Knochen gekleistert. Wohlgemerkt etwas: die Suppe ist nicht mehr allzu dünn, aber auch nicht sonderlich gehaltvoll. Und dennoch macht der Film ja schon fast Lust auf Teil 3 der Reihe. Das aber eher als sadistisches Vergnügen: wenn es um Unterhaltung aus dem deutschen Horroruntergrund geht bleibe ich persönlich dann doch bei Olaf Ittenbach und Jörg Buttgereit. Und dennoch: Hut ab! So halb zumindest.