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Bagi ist ein Nomade in der mongolischen Steppe. Er und seine Familie leben nach uralten traditionellen Bräuchen und haben sich beinahe gänzlich von der Zivilisation abgekapselt. Doch eines Tages kommen Regierungstruppen und zwingen sie unter dem fadenscheinigen Vorwand einer Tierseuche, ihren Bauernhof aufzugeben und in ein Bergarbeiterdorf umzusiedeln. Beginn einer langen und gefahrvollen Odyssee.


"Khadak" ist eine jener wertvollen Filmperlen, die einem klarmachen, wozu es das Kino überhaupt gibt. In unglaublich ruhigen und langsamen Einstellungen erzählt er eine warmherzige, ergreifende Geschichte, die ebenso philosophisch wie tieftraurig ist. Es geht um unerfüllte Liebe, um Ungerechtigkeit, die Übermacht der Regierung und den Mut, der nötig ist, um diese zu bekämpfen.

Doch die Story ist hier nur Nebensache. Es geht dem Film gar nicht darum, eine Geschichte zu erzählen. Die Aussage, die er dem Zuschauer vermitteln will, erzählt er über seine Bilder. Diese Aussage könnte man vielleicht so formulieren: Das Leben ist schön - trotz allem. Dementsprechend zielen die Bilder direkt aufs Herz. Man muss sich verbeugen vor der Fähigkeit, ebenso triste und einfache wie wunderschöne und bedeutsame Szenen zu finden. Schon die Landschaft: Eine kalte Wüste, in der es nicht schneit, in der aber auch keine Sonne scheint. Städte, die im Nichts stehen. Eine Schamanin, deren Auftritte undefinierbar zwischen Realität nach unseren Maßstäben und höheren Sphären stattfinden. Und als wunderschöner und ebenso stiller Höhepunkt: Ein Kuss zwischen Liebenden, bei dem die Zeit stehen bleibt.

Dies sind einzigartige Bilder, die ein einzigartiges Lebensgefühl vermitteln. Man braucht Geduld und Sitzfleisch, denn wie gesagt sind die Einstellungen schier unglaublich leise, langsam und ereignislos. Doch der Film belohnt diese Geduld mit einer ergreifenden und tief meditativen Reise ins Herz der Mongolei - ins Herz der Welt.

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