"Ist es das giftigste Gift der Welt?" ... "Aber nein!" ... "Was ist denn noch giftiger?" ... "Das Herz der Menschen."
Im 10. Jahrhundert geht es am Hofe der Tang-Dynastie drunter und drüber. Intrigen stehen an der Tagesordnung. Der Kronprinz Wu Luan (Daniel Wu) hat sich aus Enttäuschung in eine abgelegene Schule zurückgezogen um sich dort der Maskenschauspielerei zu widmen. Nachdem sein kaiserlicher Vater durch seinen eigenen Bruder Li (Ge You) ermordet wird schickt dieser einige Attentäter los um den rechtmäßigen Thronfolger ebenfalls zu ermorden. Wan (Zhang Ziyi), die Witwe des Kaisers welche sich Li zur Frau genommen hat, warnt den Kronprinzen wodurch der Anschlag fehl schlägt. Beide hatten zu früheren Zeiten ein sehr inniges Verhältnis zueinander. Nach dem Anschlag kehrt Wu an den Hof zurück um seinen Onkel als Mörder seines Vaters bloß zu stellen. Ein intrigantes Spiel beginnt.
Die Geschichte über ein politisches Familiendrama, Egoismus, Eifersucht, Hass und Schmerz betört durch seine großen Kulissen und weiten Landschaften. Ein visuelles Ereignis, wie schon viele andere Titel die vorher in China produziert wurden. Ebenso die langen, wallenden Kleider gehören hier dazu.
Neu ist das nicht. Ebensowenig überascht das ständig gegenwärtige, intrigante Spiel der Personen untereinander welches sich während der Entwicklungsphase sehr zäh und schleppend über die Spieldauer ausbreitet.
Die schlussendliche Aussage hinter dieser Intrige ist so klar und simpel, dass sie ebenso nichtssagend ist.
Die für einen Eastern typisch choreographierten Kämpfe sind zwar gut ausgearbeitet mangeln aber an Dynamik und Innovation. Die schnellen Schnitte während dieser karg verteilten actionreicheren Momente führen zudem zu Unübersicht und Verwirrung, sodass es häufig schwierig ist dem Geschehen zu folgen. Die Vorzeigetitel "Tiger & Dragon" oder "Hero", welche schon einige Jahre auf dem Buckel haben, zeigen hier wesentlich mehr Flexibilität und Einfallsreichtum. Sehr schade, hätte man doch für eine so groß angepriesene Produktion ein ähnliches Spektakel erwarten können.
Obwohl ich den östlichen Filmereignissen recht angetan bin hatte ich dennoch große Schwierigkeiten mich mit den kuriosen Masken und Tänzen anzufreunden. Hier Bedarf es einiger Einarbeitung und Flexibilität des Zuschauers.
Im Großteil des Films hauen sich die Figuren ausdruckslose Dialoge ohne Gewicht um die Ohren. Hier bleibt selten etwas hängen, es entwickeln sich keine Spannungen zwischen den Charakteren. Zudem fehlt ein Sympathieträger, mit welchem sich der Zuschauer anfreunden oder identifizieren kann.
Dem westlichen Publikum dürfte vor allem Zhang Ziyi durch ihre meist überzeichneten Rollen aus "Die Geisha", "Tiger & Dragon", "Hero" und "House of Flying Daggers" bekannt sein. Daniel Wu hatte bisher ebenfalls die Gelegenheit in ein paar nennenswerten Filmen mitzuwirken. Ersterer gelingt es ihre Rolle ausdrucksstark zu schildern. Dem Rest... eher weniger.
Spannungsloses, langwieriges Familiendrama ohne Ideen, Innovation oder sympathische Charaktere. Der für mich bisher schwächste, östliche Film und einer der schwächsten Filme überhaupt. Aber vielleicht fehlt mir ja das Verständnis.
1 / 10